Plüschow

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Herrenhaus Plüschow, Hoffassade, Foto Hannes Rother 2022.jpg
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Autorin: Ulrike Gawlik Lizenz Texte: CC BY-SA 4.0
Die Möglichkeit, von Hamburg nach Plüschow ‚aufs Land‘ und in die ‚Sommerfrische‘ zu gehen, reizte den Hamburger Handelsherrn und Bankier Philipp Heinrich (II.) von Stenglin (1718-1793). Im weiteren Umkreis seiner Heimatstadt ließ er für seine Familie und sich die Gutsanlage Plüschow – nach wirtschaftlich rationalen Gesichtspunkten entworfen – neu bauen. Er kaufte dafür 1761 eine Herrschaft, die über Jahrhunderte im Besitz der mecklenburgischen Familie von Bülow war. Jedoch wandte er sich vom historischen Standort einer älteren Gutsanlage und einer noch älteren Burg ab, um auf einer Landzunge das neue Herrenhaus baulich mit Blick über einen See auszurichten. Dass diese unmittelbare Nähe zum Wasser auch landschaftlich reizvoll ist, war gerade im ausgehenden 18. Jahrhundert kein Geheimnis. Englische Gartenneuschöpfungen waren bekannt. Die landschaftliche Lage Plüschows am Mühlensee verweist zudem auf die geografisch-typologische Verwandtschaft Mecklenburgs mit Holstein.
Besitzende im 18. Jahrhundert
1763
Philipp Heinrich (II.) von Stenglin
Eckdaten
Name:
Plüschow Gutsanlage
Ort:
Plüschow village
Land:
Deutschland
Zustand:
erhalten
Erbaut:
1970 ( Plüschow Herrenhaus )


Einführung

Forschungsstand

Abb. 32 Historisches Foto Herrenhaus Plüschow, Hofseite, um 1930, © Förderkreis Schloss Plüschow e.V..jpg Plüschow hat im 18. Jahrhundert mit Philipp Heinrich (II.) von Stenglin einen bürgerlichen, später geadelten Besitzer, der es sich leisten kann und will, einem Adligen gleich Besitz und Versorgungsproduktion auf dem Land aufzubauen und diese als Erboption (Fideikommiss) zu sichern. Der Lebens- und Wohnstandard seines bürgerlich-hanseatischen Umfeldes in Hamburg muss von Stenglin vertraut sein. Möglicherweise wählt er aus diesem Kreis einen Architekten für Plüschow. Durch historische Quellen kann dieser jedoch nicht mehr nachgewiesen werden. Hamburg, aber auch das nahe Lübeck bildeten innerhalb eines weiten landschaftlichen Kreises urbane Schwerpunkte, die ausstrahlten. (...)


Abb. 14 Plan Plüschow Dorf mit Ziegelei, 1761 LHAS 12.12-1 Karten von ländlichen Gemarkungen, Sign. 19629 (alt Plüschow Ia).jpg Die deutsche Architektur- und Bauhistorikerin Sabine Bock legt 2013 eine umfassende Monografie zu Geschichte und Architektur des mecklenburgischen Gutes Plüschow vor. Es ist vor allem ihrer ausführlichen Recherche im Landeshauptarchiv Schwerin (LHAS) sowie ihrem intensiven Austausch mit den Künstlern und Leitern des heutigen Künstlerhauses, Miro Zahra und Udo Rathke (verstorben 2024), zu verdanken, dass sie alle bislang verfügbaren Informationen zur Geschichte Plüschows zusammentragen konnte. In ihrem umfangreichen Buch gibt sie transkribierte Quellentexte aus unterschiedlichster Zeit wieder und ermöglicht so das Nachvollziehen einer nahezu nahtlosen Besitzer-, Wirtschafts- und Baugeschichte. Viele Informationen, die sie mit Miro Zahra und Udo Rathke zur Restaurierungsgeschichte Plüschows seit 1991 austauscht, finden sich in den Akten des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Schwerin wieder. (...)


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