02. Forschungsstand
- 01. Einführung
- 02. Forschungsstand
- 03. Geschichte der Anlage vor dem 18. Jahrhundert
- 04. Überblick zur Gesamtanlage
- 05. Besitzverhältnisse im 18. Jahrhundert
- 06. Herrenhaus: Baugeschichte und Architektur
- 07. Innenräume im 18. Jahrhundert
- 08. Garten und Park im 18. Jahrhundert
- 09. Wirtschaftsanlage
- 10. Geschichte der Anlage nach dem 18. Jahrhundert
- 11. Quellen- und Literaturverzeichnis
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Trotz seiner herausgehobenen Bedeutung in der norwegischen Gutslandschaft ist Elingaard bislang nur punktuell erforscht. Ein explizites Interesse an Elingaards Geschichte setzte erst verhältnismäßig spät ein: Zwar kam bereits 1916 eine erste umfassende Publikation von Carl W. Schnitler[1] heraus, doch wurde die Anlage weder in dem grundlegenden Überblickswerk Norske Storgaarder von Wladimir Moe aus den 1920er Jahren[2] noch in jenem von Axel Coldevin aus den 1950er Jahren[3] näher berücksichtigt. Indes widmete Coldevin 1963 Elingaards Geschichte eine eigene kurze Publikation[4], die lange ohne Nachfolge blieb. Erst 1997 war eine umfassende Beschreibung von Elingaard Teil des von Sven G. Eliassen verfassten Überblickswerks Herregårder i Østfold.[5] Zwei Jahre später (1999) versammelte ein Symposium erstmals regionale Forscher:innen in Elingaard, woraus unter der Leitung des Museums in Fredrikstad eine kleine Publikation hervorging.[6] Einar Sørensen berücksichtigte Elingaard in einem Kapitel seines 2002 erschienen Buchs Adelens norske hus.[7] Erst 2007 wurde von Grethe Borges ein aktualisierter geschichtlicher Überblick zu Elingaard verfasst.[8] Eine Reihe weiterer summarischer Darstellungen finden sich heute auf diversen Webseiten[9], die indes kaum über die vormals gedruckten Publikationen hinausgehen. Das Interesse gilt hier im Wesentlichen den besitzenden Familien, wobei auch einzelne gestalterischen Besonderheiten der Herrenhausanlage beschrieben werden, so insbesondere das vermutlich im frühen 17. Jahrhundert entstandene Burgplateau mit Bastionen und Wassergräben. Zu der im Hauptgebäude erhaltenen likkammer – einem Raum im Erdgeschoss, der vermutlich zur Aufbahrung von Verstorbenen genutzt wurde – existiert ein ausführlicher Aufsatz von Grethe Borges aus dem Jahr 2007.[10] Auch zum Garten liegt ein 2013 publizierter Aufsatz von Frøydis Oseberg Pedersen vor.[11] Tove M. Thøgersen beschäftigte sich 2016 mit dem Wandel der Guts- und Landwirtschaft seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert, der sich in Elingaard anschaulich nachvollziehen lässt.[12] Im Jahr 2021 fand im Fredrikstad Museum die Ausstellung Huitfeldt. Minner fra et familiedynasti under eneveldet statt, die sich mit der in Elingaard im 18. Jahrhundert ansässigen Huitfeldt-Familie beschäftigte und eine Reihe an Kunstwerken und Objekten ausstellte, die den Østfoldmuseene von einem Nachfahren der Familie – Anders Huitfeldt-Kaas – geschenkt worden waren. Es entstand ein begleitender Katalog.[13] Dass zu Elingaard bislang keine umfassende Monographie oder eine Vertiefung gerade der kunst-, garten- und bauhistorische Fragestellungen vorliegt, mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass sich nur wenige Quellen zur Baugeschichte erhalten haben (Abb. 5, 6). Die beiden großen Brände 1645 und 1746 vernichteten einen großen Teil der einst im Haus aufbewahrten Dokumente[14], so dass heute nur einzelne Archivdokumente, einige wenige historische Karten und eine Reihe an historischen Fotografien bekannt sind.[15] Gerade das 18. Jahrhundert, für Elingaards Bau- und Ausstattungsgeschichte aufgrund des um die Jahrhundertmitte erfolgten Neubaus des Hauptgebäudes von näherem Interesse, ist bislang kaum untersucht.
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