04.00 Besitzverhältnisse 18. Jahrhundert
- 01. Forschungsstand
- 02. Geschichte der Anlage vor dem 18. Jahrhundert
- 03. Wirtschaftlicher Kontext
- 04.00 Besitzverhältnisse 18. Jahrhundert
- 04.01 Bauherrin Ebba Margareta De la Gardie
- 04.02 Zur Finanzlage der Bauherrin
- 05.00 Herrenhaus: Baugeschichte und Architektur
- 05.01 Das Gut Großenhof in einem Inventar von 1755
- 05.02 Historische Zeichnungen aus dem Estnischen Nationalarchiv Tartu
- 05.03 Das Haus der Gräfin
- 05.04 Forschungsstand Architektur
- 06. Innenräume im 18. und 19. Jahrhundert
- 07. Garten und Park im 18. Jahrhundert
- 08. Geophysikalische Prospektion und digitale Dokumentation
- 09. Quellen- und Literaturverzeichnis
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Jakob De la Gardie (Abb. 4) kaufte das Gut zusammen mit einer Anzahl weiterer Ländereien auf der estnischen Insel Dagö|Hiiumaa im Jahr 1624 vom Schwedischen König Gustav II. Adolph. Eine erste Erwähnung des Namens Großenhof ist laut Carl Meißner 1633 nachweisbar. [1] Nachdem dessen Sohn Axel Julius De la Gardie die Dagöer Güter durch die Reduktion Karl XI. 1691 verloren hatte, wurden die Ländereien an verschiedene baltische adlige Familien verpachtet.[2] Folgt man den Aussagen des Chronisten Carl Rußwurms in seinem Werk Eibolke oder die Schweden an den Küsten Estlands[3], bewarb sich eine Enkelin von Axel Julius De la Gardie, Ebba Margareta, 1744 höchst selbst „um die Wiedereinsetzung in die [Dagöer] Güter nebst der Erhaltung des Leuchtthurms Koppo für sich und ihre Nachkommen auf harrisch und wierisch Recht.“[4] Sie berief sich dabei vermutlich auf die Tatsache, dass sie nach dem Wortlaut des Artikels 11[5] im mit Russland geschlossenen Frieden von Nystad ein Recht hatte, die 1691 eingezogenen Güter ihrer Vorfahren zurückzuerhalten.[6] Die Entscheidung zur Rückgabe zog sich wegen fehlender Unterlagen und dem Nachweis der Erbberechtigung elf Jahre hin. Erst im April 1755 hatte die Gräfin Erfolg. Die russische Kaiserin Elisabeth I. restituierte die Dagöer Güter Pöhalep (auch Großenhof, Suuremõisa mõis), Hienhof (estn. Hiiessaare), Hohenholm (estn. Kõrgessaare) und Putkas (estn. Putkaste) sowie die Feuerbaacke (Leuchtturm) zu Koppo (estn. Kõpu) an die Gräfin De la Gardie.[7] Ihr jüngster Sohn, Jakob Pontus Stenbock, erbte das Gut Großenhof 1776, das seinerzeit auf einen Wert von 40.000 Rubel geschätzt wurde.[8] Jakob Pontus verpfändete das Gut 1796 an Otto Reinhold Ludwig von Ungern-Sternberg. Es ging in den Besitz der Familie Ungern-Sternberg über und blieb es bis ins 20. Jahrhundert.[9]
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