02. Forschungsstand

From Herrenhäuser
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Sekundärliteratur

Seit der Unabhängigkeitsbewegung nach 1814 und insbesondere seit der Mitte des 19. Jahrhunderts befasste man sich in Norwegen mit der nationalen Identität und dem kulturellen Erbe einschließlich der Herrenhäuser (Abb. 2). Diese stellten ein Zeugnis der früheren dänischen Herrschaft dar, wurden aber zunehmend als mit der eigenen norwegischen Geschichte verbunden angesehen. Zunächst standen beispielsweise mit Haagen Krog Steffens (1873–1917) Hvitebjørn og Stubljan: en norsk gaards og slegts historie[1] (Hvitebjørn und Stubljan [Herrenhäuser bei Oslo]: eine Geschichte norwegischer Höfe und Gutsanlagen) die Landes- und Familiengeschichte im Zentrum des Interesses, doch im frühen 20. Jahrhundert rückte der Gegensatz von bäuerlicher Kultur und Herrenhäusern stärker in den Fokus, etwa mit Yngvar Hauges (1899–1977) Arbeit Fra herregården og fra bruket: norske kulturbilleder[2] (Vom Herrenhaus und von der Mühle: Norwegische Kulturbilder) aus dem Jahr 1934. Als Quelle für diese Untersuchungen wurde unter anderem auch zeitgenössische Reiseliteratur etwa von Jacob Nicolai Wilse herangezogen, in der auch Herrenhäuser beschrieben werden (u.a. Hafslund, Abb. 14–16).

Wie im übrigen Skandinavien entstanden auch in Norwegen seit dem frühen 20. Jahrhundert Überblickswerke zum Bestand der Herrenhäuser. Als frühestes Beispiel erschien im Jahr 1912 Wladimir Moes über 200-seitiges bebildertes Werk Norske Storgaarde[3] (Norwegische Herrenhäuser) mit 35 ausgewählten Häusern, unter denen Hafslund (Abb. 2) allerdings nicht verzeichnet ist.

Die Geschichte Hafslunds wird umfänglicher – vielleicht erstmals – im kleinen Jubiläumsheft Hafslund Hovedgaard 1757–1937[4] von Arnstein Arneberg[5] (1882–1961) und einem ungenannten Verfasser (vermutlich Carl Just) behandelt. In dem Bändchen berichtet der Architekt Arneberg über die 1937 abgeschlossene Restaurierung des Herrenhauses. Im Folgejahr publizierte Ole Fredrik Hvinden-Haug (1913–1941) dazu den Beitrag Hafslund restaurerer sin herregård[6] und behandelte das Herrenhaus ebenfalls in seiner unveröffentlichten Magisterarbeit Østfoldske setegårder (Herrenhäuser der Region Østfold).[7] Rund zwei Jahrzehnte später publizierte Eivind Engelstad (1900–1969) 1959 das 150-seitige Werk Storgårder i Østfold[8] über die gleiche Region, das die Gutsanlage von Hafslund mit einem in der Länge durchschnittlichen Eintrag berücksichtigt.

Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts erschienen – jeweils zweibändig und gut illustriert – Axel Coldevins (1900–1992) Norske storgårder[9] (Norwegische Herrenhäuser) und Eivind Engelstads (1900–1969) Storgårder i Norge[10] (Herrenhäuser in Norwegen), die trotz des Umfangs von bis zu 800 Seiten der beiden Bände der Storgårder i Norge einzelne Häuser nicht vertieft darstellen oder gar erforschen konnten. Die Norske storgårder scheinen einem wissenschaftlichen Standard verpflichtet, doch Coldevin übernimmt im Kapitel über Hafslund inhaltlich viel aus der unveröffentlichten Magisterarbeit Hvinden-Haugs von 1938 und zitiert zwar Quellen, aber nicht immer korrekt.[11] Das vorläufig letzte Überblickswerk Norske slott, herregårder og gods[12] (Norwegens Schlösser, Herrenhäuser und Güter) von Eva Valebrokk und Geir Thomas Risåsen stellte im Jahr 1997 knapp 30 ausgewählte Häuser in Norwegen einem breiteren Publikum vor. Auf den fünfzehn Seiten zu Hafslund sind im Band allerdings keine neue Erkenntnisse zu finden.[13]

Umfänglich monographisch mit einem wirtschaftsgeschichtlichen Schwerpunkt untersuchte Sven Gøran Eliassen die Gutsanlage bereits 1973 in seiner unpublizierten Doktorarbeit Hafslund hovedgård og sagbruk. En oversikt over Hafslunds historie i tiden 1600–1786.[14] Ein Jahr später veröffentlichte Mentz Schulerud die Monographie Hafslund gods fra Otte Bildt til M. G. Rosenkrantz.[15] Im vor allem kulturgeschichtlich ausgerichteten Buch ist viel Material zum sozialen und wirtschaftlichen Kontext der Gutsanlage aus historischen Schriftquellen und Reiseberichten zusammengetragen, während die Baugeschichte des Herrenhauses und der Gutsgebäude lediglich am Rande erwähnt wird.

Einen überdurchschnittlich langen Eintrag erhielt Hafslund zwei Jahrzehnte später in Sven Gøran Eliassens Sammelwerk Herregårder i Østfold,[16] das1997 publiziert wurde und 26 Gutsanlagen der Region vorstellt.[17] Kombiniert mit der Einleitung des Buchs wurden die 20 Seiten über Hafslund 2006 unverändert in einem Sonderheft unter dem Titel Hafslund Hovedgård[18] veröffentlicht. Nach Arneberg (1937) und Hvinden-Haug (1938) beschäftigt sich Einar Sørensen 2002 in seiner Doktorarbeit Adelens norske hus. Byggevirksomheten på herregårdene i sørøstre Norge 1500–1660[19] (Die norwegischen Adelshäuser. Bautätigkeit auf Gutshöfen in Südostnorwegen 1500–1660) ausführlicher mit den älteren Bauphasen und der Baugeschichte Hafslunds.

Einen baugeschichtlichen Ansatz verfolgt auch Lars Jacob Hvinden-Haug 2008 in seinem Buch Den eldre barokken i Norge – bygningenes former og rommenes fordeling 1660–1733[20] (Die ältere Barockzeit in Norwegen – Bauformen und Raumaufteilung 1660–1733). Unter Berücksichtigung der Untersuchungen seines Vorfahrens diskutiert er in der Arbeit neben anderen Herrenhäusern auch die Bauphasen der Vorgängerbauten in Hafslund.[21] Die Architekturgeschichte Hafslunds steht erneut im Mittelpunkt des Auftragsrapports Nr. 96/2009[22] der norwegischen Denkmalschutzbehörde (Norsk institutt for kulturminneforskning, NIKU),[23] den Hvinden-Haug im Auftrag der Hafslund ASA[24] verfasst hat. Weitere Untersuchungen einzelner Räume des Herrenhauses in Hafslund erfolgten durch den NIKU im Vorfeld des 250-jährigen Jubiläums 2012.[25]

Die große Garten- und Parkanlage in Hafslund wird bei einem Teil der Veröffentlichungen mit berücksichtigt, war aber auch Thema in spezifischen Veröffentlichungen. Das älteste norwegische Werk über die Gartenkunst, Christian Gartners[26] (um 1642–1716) Horticultura von 1694 belegt das aufkommende Interesse an Gartenanlagen in der dänisch-norwegischen Doppelmonarchie im 18. Jahrhundert ohne Hafslund zu erwähnen.

Im Jahr 1916 veröffentlichte Carl W. Schnitler[27] (1879–1926) die wissenschaftliche mehrbändige Reihe Norske Haver[28] (Norwegische Gärten), in der vor dem Hintergrund der Stilepochen zentraleuropäischer Gartenkunst norwegische Beispiele vorgestellt werden. Hafslunds Anlage wird im Band über die Gärten des 18. und 19. Jahrhunderts kurz besprochen.[29] Mitte des 20. Jahrhunderts schrieb Rolf Nordhagen (1894–1979) in der Norwegischen Botanischen Zeitschrift über Om gjennombruddet av den engelske landskapsstil i nordisk havekunst[30] (Über den Durchbruch des englischen Landschaftsstils in der nordischen Gartenkunst) und erwähnte Hafslund als Beispiel.[31]

Die Untersuchung von Egil Gabrielsen (1933–1998) Hafslund hovedgård. Parken gjennom 250 år[32] (Hafslund Hovedgård. Der Park im Laufe von 250 Jahren) aus dem Jahr 1959 skizziert die Entwicklung des Gartens und Parks in Hafslund umfänglich (Abb. 18) und illustriert ebenfalls die Baugeschichte des Herrenhauses im Laufe der Zeit.[33]

Aufgrund der klimatischen Bedingungen stellt die Erforschung der in Norwegen erhaltenen Herrenhausgärten ein durchaus aktuelles Thema dar: Exemplarisch sei hier die von Einar Sørensen 2013 herausgegebene Publikation Norsk havekunst under europeisk himmel (Norwegische Gartenkunst unter europäischem Himmel) genannt, die in der ersten Hälfte eine knappe theoretische und historische Einführung in die europäische Gartenkunst enthält. Im zweiten Teil werden als Überblickswerk 21 Gärten in Norwegen – darunter Hafslund – von den Anfängen bis in das Jahr 1900 vorstellt.

Zuletzt erschien zum Jubiläum 2012 das Heft Hafslund Hovedgård 250 år,[34] in dem die viele der bisherigen Forschungsergebnisse und Aspekte des Besitzes in journalistischen Aufsätzen und Interviews einem breiten Publikum vorgestellt werden.[35]

Hafslund wurde somit unter verschiedenen Aspekten erforscht, doch fehlt nach wie vor eine umfängliche publizierte wissenschaftliche Monographie, die alle Themenbereiche (Bau-, Wirtschafts- und Gartengeschichte usw.) vereint und neueste Forschungsergebnisse etwa der NIKU berücksichtigt.

Hafslund, Herrenhaus, Ansicht Ehrenhof, 2022, Foto: Thomas Wilke
Abb. 2 Hafslund, Herrenhaus, Ansicht Ehrenhof, 2022
Abb. 14 Jacob Nicolai Wilse, Reiseiatagelser i nogle af de nordiske lande, Bd. 2, Kopenhagen 1791, Titelblatt
Abb. 15 Jacob Nicolai Wilse, Reiseiatagelser i nogle af de nordiske lande, Bd. 2, Kopenhagen 1791, S. 208
Abb. 16 Jacob Nicolai Wilse, Reiseiatagelser i nogle af de nordiske lande, Bd. 2, Kopenhagen 1791, S. 209
Abb. 17 Jacob Coning, Hafslund Hovedgård, Ölgemälde, um 1698–1699, Borgarsyssel museum
Abb. 18 Egil Gabrielsen, Hafslund, Skizze der Gartenanlage um 1800

Archivalien

So thematisch vielfältig und relativ zahlreich die Veröffentlichungen zu Hafslund sind, so verhältnismäßig wenig primäre Quellen zur Baugeschichte des Herrenhauses im 18. Jahrhundert haben sich erhalten.[36] Dabei bilden die von Hvinden-Haug transkribierten Anzeigen in der Zeitung Nordske Intelligenz-Sedler zur Versteigerung des Nachlasses von Peter Elieson[37] (1729–1773) zwischen 1773 und 1774 die wichtigsten bauzeitlichen Quellen.[38] In der Anzeige vom 28. Juli 1774 werden das Hauptgebäude und die Gebäude der Gutsanlage in Hafslund beschrieben.[39]

Zwei Auktionsprotokolle von Versteigerungen in den Jahren 1824 und 1829, die Hvinden-Haug transkribiert hat,[40] stellen die ältesten bekannten umfänglichen Quellen zur Raumnutzung und zur Ausstattung des Hauses dar.

Aufgrund der Lage am berühmten Wasserfall Sarpsfossen[41] wurde Hafslund Hovedgård (Abb. 17) im 18. Jahrhundert jedoch häufiger dargestellt als jedes andere norwegische Herrenhaus, sodass Hvinden-Haug,[42] die komplexe Baugeschichte des Haupthauses bis zum Brand 1758 durch Beobachtungen an diesen Darstellungen[43] überzeugend dargelegt hat (vgl. 07. Herrenhaus: Baugeschichte und Architektur). Für den Neubau des Herrenhauses haben sich ebenfalls keine originalen Entwürfe erhalten. Im Jahr 1917 wurde vom Architekten Bjurstedt eine Vermessung des Gebäudes durchgeführt, die als verschollen gilt.[44]

Das kleine, nicht öffentliche Archiv in Hafslund bewahrt neben Dokumenten über die Baugeschichte des Hauses vor allem im 20. und 21. Jahrhundert auch die gesammelten Unterlagen Sven Gøran Eliassens zu Hafslund, die der Forscher dem Hausarchiv vor einigen Jahren übergeben hat (Abb. 19).[45]

  1. Vgl. Steffens 1898, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2010042706048 (28.06.2024).
  2. Hauge 1934, https://www.nb.no/items/URN:NBN:no-nb_digibok_2007010901002 (28.06.2024).
  3. Moe 1912, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2007042600048 (28.06.2024).
  4. Arneberg 1937, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2012092706078 (28.06.2024).
  5. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q2699751 (16.07.2024); https://no.wikipedia.org/wiki/Arnstein_Arneberg (16.07.2024).
  6. Vgl. Hvinden-Haug 1938.
  7. Vgl. Hvinden-Haug 2009, S. 5.
  8. Vgl. Engelstad 1959, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2008051404047 (28.06.2024).
  9. Vgl. Coldevin 1950, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2011022205227 (28.06.2024).
  10. Vgl. Engelstad 1962, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2010070805043 (28.06.2024).
  11. So auch Hvinden-Haug 2009, S. 5.
  12. Vgl. Valebrokk/Risåsen 1997, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2008121804079 (28.06.2024).
  13. Vgl. Valebrokk/Risåsen 1997, Hafslund S. 147–163.
  14. Vgl. Eliassen 1973.
  15. Vgl. Schulerud 1974, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2008052900067 (28.06.2024).
  16. Vgl. Eliassen 1997, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2010072003002 (28.06.2024), Hafslund S. 167–190.
  17. Hvinden-Haug 2009, S. 5, Anm. 6 weist darauf hin, dass im Eintrag zu Hafslund lediglich die Forschungen Hvinden-Haug 1938 und frühere Veröffentlichungen zusammengefasst werden.
  18. Vgl. Eliassen 2006, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2009080501109 (28.06.2024.
  19. Vgl. Sørensen 2002, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2015051108142 (28.06.2024). Hafslund v.a. S. 229–232, S. 384–387.
  20. Vgl. Hvinden-Haug 2008, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2018102205057 (28.06.2024).
  21. Hvinden-Haug berücksichtigt dabei auch unveröffentlichte Farbuntersuchungen, vgl. Erdmann 1936.
  22. Vgl. Hvinden-Haug 2009.
  23. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q19832916 (17.07.2024); https://www.kulturminnesok.no (17.07.2024).
  24. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q5638428 (17.07.2024).
  25. Vgl. Heggenhougen 2008, Verweij/Heggenhougen 2009, Hvinden-Haug/Heggenhougen/Kaun 2011 und Kaun 2012.
  26. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q110751779 (29.08.2024).
  27. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q5040967 (28.06.2024); https://no.wikipedia.org/wiki/Carl_W._Schnitler (28.06.2024).
  28. Vgl. Schnitler 1916, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2014051408272 (28.06.2024). Hafslund, Bd. 2, S. 58–61, S. 184.
  29. Vgl. Schnitler 1916, Bd. 2, S. 58–63.
  30. Vgl. Nordhagen 1954, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digitidsskrift_2024012580044_002 (29.06.2024).
  31. Vgl. Nordhagen 1954, Hafslund S. 78–79.
  32. Vgl. Gabrielsen 1959.
  33. Die eingefügten Isometrien zur Gebäudeentwicklung sind sehr anschaulich, geben jedoch nicht den neuesten Foschungsstand von Hvinden-Haug 2009 wieder.
  34. Vgl. Strøm-Olsen/Meisingset/Flaaten 2012, https://urn.nb.no/URN:NBN:no-nb_digibok_2019052107166 (28.06.2024).
  35. Für den wissenschaftlichen Leser sind leider einige Fehler – etwa abweichende Lebensdaten in verschiedenen Textteilen – auffällig, welche die Zuverlässigkeit der Fakten in der Publikation als Ganzes in Frage stellen.
  36. Hvinden-Haug 2009, S. 7, ebd. S. 55–78 liefert die Transkriptionen der durch seine Forschungen erkannten bauhistorischen Quellen zu Hafslund. Schulerud 1974 benutzt vor allem historische Schriftquellen und Reiseberichte für seine Informationen über den Wirtschaftsbetrieb in Hafslund. Recherchenplattformen sind z.B. https://www.arkivverket.no (27.08.2024); https://www.digitalarkivet.no (27.08.2024). Im norwegischen Nationalarchiv finden sich wenige Quellen Hafslund betreffend, vgl. https://www.arkivportalen.no/search/1?text=Hafslund%20hovedgård&periodFrom=1600&periodTo=1800 (27.08.2024).
  37. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q30278327 (11.07.2024).
  38. Vgl. Hvinden-Haug 2009, S. 56–58 Anzeigen im Nordske Intelligenz-Sedler vom 10. März, 2. Juni, 14. Juli, 19. September, 25. Oktober 1773 und vom 28. Juli 1774.
  39. Vgl. Hvinden-Haug 2009, S. 57–58 Anzeige im Nordske Intelligenz-Sedler vom 28. Juli 1774: „Besichtigung des Gutes Hafslund und seiner Liegenschaften, veranlasst vom Eigentümer Herrn Johan Fahne (die Beschreibung der Gebäude entspricht der Besichtigung vom 30.4.1773, angeordnet von den Nachlasskommissaren von Peter Eliesons Erbschaft). Schließlich, was die Gebäude auf dem Gut Hafslund betrifft, bestehen diese aus folgendem: 1. Ein massives Hauptgebäude mit drei Etagen zuzüglich Dachräumen: In der obersten Etage befinden sich sechs tapezierte Kammern mit Eisen-Kachelöfen, ein sehr großer Saal mit zwei Kachelöfen (einer an jedem Ende), sowie zwei weitere kleine Räume mit Treppenaufgang. In der mittleren Etage vier Stuben und zwei Kammern, alle mit Kachelöfen und Holzverkleidung, sowie ein großer Vorraum mit Marmorboden. In der untersten Etage ein Vorraum und acht Keller mit vier Kachelöfen. 2. Westlicher Seitenflügel, massiv gebaut, ebenfalls drei Etagen: Erste Etage: zwei große Kammern mit Kachelöfen, eines mit Innenverkleidung, zwei kleinere Kammern daneben, ein großer Flur mit Treppe zu den unteren Räumen und drei Kleiderkammern an den Seiten. Zweite Etage: vier Kammern mit drei Kachelöfen, ein Flur, Küche und Speisekammer. Dritte Etage: Brauhaus mit Schornstein, zwei Backöfen und ein großer gemauerter Braukessel. 3. Östlicher Seitenflügel, ebenfalls massiv gebaut, drei Etagen: Erste Etage: zwei Kammern mit Kachelöfen, zwei kleine Kammern, ein Flur mit Treppe und zwei Kleiderkammern. Zweite Etage: zwei Büros mit Kachelöfen, ein Flur mit Treppe und vier kleine Kammern (davon zwei mit Kachelöfen). Dritte Etage: vier Keller. 4. Westlicher Pavillon, Fachwerk mit Holzverkleidung und gelb gestrichen: Obergeschoss: zwei Kammern, eine mit Kachelöfen, Untergeschoss: zwei Aborte, ein Waschraum mit Kachelöfen, ein Zimmer für die Magd mit Schornstein. In Verlängerung: Wagenhaus, Stall mit vier Abteilungen, Scheune mit Taubenschlag, zwei Heuböden, weitere Scheunen, Stall für Jungtiere, Schweinestall, Eiskeller unter der Scheune. 5. Östlicher Pavillon, ebenfalls Fachwerk, mit Holz verkleidet und gelb gestrichen: Obergeschoss: ein Saal, ein Zimmer mit Kachelöfen, Flur mit Aufgang, darunter Kleiderkammer. Untergeschoss: Vorraum mit Materialkammer, Dienstbotenstube mit Schornstein, drei Betten für Dienstboten, zwei weitere beheizbare Räume für Kutscher und zur Aufbewahrung von Kutschgeschirr. In Verlängerung: kleiner Wagenschuppen, Geräteraum, zwei Pferdeställe mit je 14 Boxen, zwei Heuböden, separater Stall, Stall für junge Pferde. 6. Weitere Gebäude: Große Fachwerkscheune mit drei Etagen. Weitere mit zwei Etagen. Vier weitere Wirtschaftsgebäude. Gebäude mit zwei Wagenschuppen. Zwei Holzlager. Gewölbter gemauerter Eiskeller mit zwei Räumen. Mälzerei und eine Badestube mit Kachelöfen. Altes Schmiedehaus mit angrenzendem Gebäude mit Kachelöfen. Großer Garten um das Hauptgebäude mit einem alten zweistöckigen Gartenpavillon.“ (automatisierte Übersetzung).
  40. Vgl. Hvinden-Haug 2009, S. 59–78 Auktionsprotokolle von 1824 und 1829.
  41. https://www.wikidata.org/wiki/Q2225091 (12.07.2024); https://no.wikipedia.org/wiki/Sarpefossen (12.07.2024). Der Sarpsfossen ist der wasserreichste Wasserfall in Europa mit – bei gleicher Fallhöhe – einer deutlich höheren Durchflussmenge als der Rheinfall bei Schaffhausen, vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Sarpsfossen (12.07.2024).
  42. Vgl. Hvinden-Haug 2009, S. 7.
  43. Eine Liste bei Hvinden-Haug 2009, S. 7, Anm. 17.
  44. Vgl. Hvinden-Haug 2009, S. 6, Anm. 7
  45. Die Unterlagen, die vom Autor nur kursorisch gesichtet werden konnten, bestehen aus gesammelten Photographien sowie Negativen, Photokopien und Transkriptionen von Archivalien, Manuskripten und Publikationen (Hefte, Faltblätter, Firmenschriften usw.) über Hafslund.
Abb. 19 Hafslund, Herrenhaus, Hausarchiv, Urkunde