07.03 Beschreibung Herrenhaus
- 01. Einführung
- 02. Forschungsstand
- 03. Geschichte der Anlage vor dem 18. Jahrhundert
- 04. Überblick zur Gesamtanlage
- 05. Wirtschaftlicher Kontext
- 06.00 Besitzverhältnisse im 18. Jahrhundert
- 06.01 Familie Nielsen, geadelt Werenskiold
- 06.02 Familie Elieson
- 06.03 Maren Juel und ihre drei Ehemänner
- 07.00 Herrenhaus: Baugeschichte und Architektur
- 07.01 Vorgängerbau
- 07.02 Neubau des Herrenhauses 1758–1762
- 07.03 Beschreibung Herrenhaus
- 07.04 Architektur
- 08.00 Innenräume im 18. Jahrhundert
- 08.01 Erdgeschoss
- 08.02 Obergeschoss
- 08.03 Sockelgeschoss und Sammlungen
- 09.00 Garten und Park
- 09.01 Garten
- 09.02 Park
- 10. Wirtschaftsgebäude
- 11. Kirche und Dorfstrukturen
- 12. Geschichte der Anlage nach dem 18. Jahrhundert
- 13. Geophysikalische Prospektion und digitale Dokumentation
- 14. Quellen- und Literaturverzeichnis
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Das Herrenhaus in Hafslund ist ein um einen Ehrenhof (cour d‘honeur) angeordnetes dreiflügeliges Gebäude mit einem zweigeschossigen Hauptflügel (corps de logis) im Norden (Abb. 2, 100, 127) und zwei einstöckigen Seitenflügeln im Osten und Westen (Abb. 123–126). Alle Gebäudeteile besitzen einen durchgängigen hohen Sockel mit kleinen Fenstern zur Belichtung des Kellergeschosses. Die Sockelzone – weitgehend aus Bruchstein errichtet – ist sandsteinfarben gestrichen, die Fassaden darüber sind verputzt und weiß gestrichen.[1] Wähend das Hauptgebäude mit einem klassischen Mansarddach gedeckt ist, besitzen die Seitenflügel geknickte Satteldächer mit je einer Giebelfront Richtung Wirtschaftsgebäude im Süden (Abb. 123, 124 ). Das Obergeschoss der Seitenflügel ist als Geschoss mit Nutzfläche ausgebaut und auf beiden Seiten der Dachfläche mit vier Segmentbogengauben durchfenstert (Abb. 125, 126). Hinter den vier Gauben im ein Geschoss höher angeordneten Mansarddach des Hauptflügels (Abb. 127) befindet sich nur der Dachraum mit der Deckenwölbung des großen Saals. Die Dachdeckung besteht einheitlich aus mitternachtsblauen glasierten Dachziegeln (Abb. 128). Das corps de logis hat hof- wie gartenseitig (Abb. 100, 127) einen dreiachsigen jeweils leicht vorspringenden Mittelrisalit mit Dreiecksgiebel und einem Zugangsportal in der Mittelachse (Abb. 129), die über zweiläufige Außentreppen (Abb. 130, 131) erschlossen werden. Das Hauptgebäude erstreckt sich in der Breite im Norden über fünfzehn Fensterachsen, von denen hofseitig neun sichtbar sind. An den Schmalseiten des Nordflügels finden sich vier Fensterachsen (Abb. 132). Die Länge der Fassade des corps de logis beträgt damit etwa 44 m x 12 m.[2] Die Seitenflügel besitzen auf der Längsseite neun Fensterachsen mit einem Zugang in der Mitte (Abb. 125, 126) und an den Schmalseiten am Giebel lediglich zwei Fensterachsen (Abb. 123, 124). Die Abmessungen der Seitenflügel betragen in etwa 21 m x 10 m.[3] Alle Fenster der Vollgeschosse im Gebäude sind dunkel gestrichen und weisen in Breite und Höhe in etwa die Proportion von zwei zu drei auf. Die Fensterfläche ist durch Pfosten in vier Flügel unterteilt. Jeder Flügel besitzt – durch eine horizontale Sprosse untergliedert – zwei Gläsflächen, womit jedes Fenster aus acht Gläsern besteht. Ursprünglich besaß der Bau kleinteiligere Fenster, die in jedem der vier Flügel drei Scheiben in der Höhe und zwei in der Breite hatten,[4] wie auf einer Darstellung aus Eliesons Zeit um 1760/1770 (Abb. Aquarell) ersichtlich ist.[5] Während die Mehrzahl der Fenster ohne architektonische Dekoration bündig in der Wandfläche liegt (Abb. 134), besitzen die hofseitigen Fenster des corps de logis eine geohrte flache Rahmung aus Putz und eine Sohlbank aus Haustein (Abb. 128). Diese Dekoration hebt die Eingangsfassade des Herrenhauses ebenso hervor wie der Dreiecksgiebel in höchster Steinmetzqualität (Abb. 122). Das Tympanonfeld mit dem Allianzwappen der Familien wurde im Übergangsstil (style transiton) vom Rokoko (style rocaille) zum Frühklassizismus (goût à la greque bzw. frühes Louis seize) von einem unbekannten aber führenden Bildhauer der Zeit vermutlich in Kopenhagen gefertigt und nach Hafslund verschickt.[6] Heute besitzen die Giebelflächen beider Seitenflügel außerdem im ersten Obergeschoss jeweils eine gerahmte Spiegelfläche aus Putz, welche die einzige bauliche Dekoration der Seitenflügel bleibt.
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