08.03 Sockelgeschoss und Sammlungen

From Herrenhäuser
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Sockelgeschoss

Übersicht

Das Sockelgeschoss des Herrenhauses in Hafslund ist relativ hoch, sodass Fenster das Einströmen von Tageslicht ermöglichen. Der heutige Eindruck ist durch die Umbauten 1936–1937 des Architekten Arnstein Arneberg[1] (1882–1961) geprägt. Das Sockelgeschoss wird sowohl in den Seitenflügeln als auch im corps de logis aktuell weitgehend als Nebenräume – teils als Clubräume für die Angestellten – genutzt. Der östliche Flügel besitzt dicke Mauerstrukturen mit zwei Gewölbekellern am Ende des Flügels (Abb. 118), was zur Frühdatierung diese Bauteils als erster Gebäudeflügel geführt hat (vgl. 07.01 Vorgängerbau). Möglicherweise handelt es sich um Keller von einem Nebengebäude oder kleineren älteren Wohnbau, die später in die wachsende Vierflügelanlage integriert wurden; möglicherweise um besondere etwa feuersichere Lagerräume für wertvolle oder klimaabhängige Dinge vorzuhalten.

Abb. 118 Lars Jacob Hvinden-Haug, Hafslund, Herrenhaus, Neubau 1764, Untergeschoss mit 4. Flügel, Rekonstruktion

Gartensaal (hagesal)

Im corps de logis gab es ursprünglich einen Gartensaal (norwegisch hagesal), der sich durch die komplette Tiefe des Gebäudeflügels erstreckte (Abb. 118). Der Raum maß 9,5 m x 7,5 m, war aber für die große Grundfläche vergleichsweise niedrig mit vermutlich unter 3,00 m.[2] Der Raum besaß entsprechend einer italienischen Sala terrena einen direkten Ausgang zum Garten, dessen Tür sich erhalten hat (Abb. 200).[3] Die zwei Fenster zum Garten sind heute durch die später ergänzte Ausgangstreppe (Abb. 203) aus dem Erdgeschoss verdeckt. Der ursprüngliche Raum ist durch die Einbauten von WCs 1936–1937 zergliedert (Abb. 202), aber es sind an der Außenwand noch ursprüngliche Stuckgesimse des als Sommerspeiseraum genutzten Gartenraums zu erkennen (Abb. 204, 205).[4] Ein originaler Kamin (Abb. 201) zeugt von der Funktion des angrenzenden Raums als Aufwärmküche bzw. Anrichte.

Abb. 202 Hafslund, Herrenhaus, Sockelgeschoss, ehemaliger Gartensaal, ehemalige Gartensaaltür in der Ostwand, 2022
Abb. 203 Hafslund, Herrenhaus, Sockelgeschoss, ehemaliger Gartensaal, Ausgang in den Garten unter Außentreppe 1937, 2022

Sammlungen

Für Hafslund sind neben der ‚üblichen‘ kleinen Gemäldesammlung mit vor allem Familienportraits keine weiteren Sammlungen nachgewiesen. Heute haben sich nur zwei der originalen Gemälde im Haus erhalten (Abb. ). Da in Inventaren gelegentlich Bibliotheksräume erwähnt werden,[5] ist von einer kleineren Büchersammlung auszugehen. Bedeutende Sammlungen wären bei den Versteigerungen von Haus und Inventar 1773[6] und im frühen 19. Jahrhundert mit Sicherheit gelistet und verkauft worden.[7] Auch die fortlaufenden Wechsel bei den Besitzverhältnissen sind für den Aufbau von umfänglicheren Sammlungen hinderlich, es ist daher nicht verwunderlich, dass sich auf dem Anwesen keine bedeutenden Sammlungen erhalten haben.

  1. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q2699751 (16.07.2024); https://no.wikipedia.org/wiki/Arnstein_Arneberg (16.07.2024).
  2. Vgl. Hvinden-Haug 2009, S. 32.
  3. Aus dem Erdgeschoss gab es ursprünglich keinen Zugang in den Garten.
  4. Vgl. Hvinden-Haug 2009, S. 32.
  5. Vgl. Hvinden-Haug 2009, S. 39.
  6. Vgl. Hvinden-Haug 2009, S. 56–58 Anzeigen im Nordske Intelligenz-Sedler vom 10. März, 2. Juni, 14. Juli, 19. September, 25. Oktober 1773 und vom 28. Juli 1774.
  7. Vgl. Hvinden-Haug 2009, S. 59–74 transkribiert die zugrunde liegenden Auktionslisten von 1824 und 1829.
Abb. Christian August Lorentzen, Jagdhund mit Gewehr und Beute, Ölgemälde, ca. 1792, Herrenhaus Hafslund, 2022