12. Geschichte der Anlage nach dem 18. Jahrhundert
- 01. Einführung
- 02. Forschungsstand
- 03. Geschichte der Anlage vor dem 18. Jahrhundert
- 04. Überblick zur Gesamtanlage
- 05. Wirtschaftlicher Kontext
- 06.00 Besitzverhältnisse im 18. Jahrhundert
- 06.01 Familie Nielsen, geadelt Werenskiold
- 06.02 Familie Elieson
- 06.03 Maren Juel und ihre drei Ehemänner
- 07.00 Herrenhaus: Baugeschichte und Architektur
- 07.01 Vorgängerbau
- 07.02 Neubau des Herrenhauses 1758–1762
- 07.03 Beschreibung Herrenhaus
- 07.04 Architektur
- 08.00 Innenräume im 18. Jahrhundert
- 08.01 Erdgeschoss
- 08.02 Obergeschoss
- 08.03 Sockelgeschoss und Sammlungen
- 09.00 Garten und Park
- 09.01 Garten
- 09.02 Park
- 10. Wirtschaftsgebäude
- 11. Kirche und Dorfstrukturen
- 12. Geschichte der Anlage nach dem 18. Jahrhundert
- 13. Geophysikalische Prospektion und digitale Dokumentation
- 14. Quellen- und Literaturverzeichnis
Überblick |
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Im 19. Jahrhundert war Hafslund im Besitz von Anteilseignern, die sich die wirtschaftlichen Erträge der Gutsanlage teilten, und wurde weitgehend nicht mehr privat bewohnt. Erst mit der Übernahme durch ein Konsortium im Jahr 1896, aus dem später die Hafslund AS hervorging, stabilisierten sich die Besitz- und Anteilsverhältnisse am Anwesen[1] und die langsame Instandsetzung von Herrenhaus und Garten begannen. Mitte des 19. Jahrhunderts diente das Herrenhaus dem Ehepaar Faye bis 1877 noch als Wohnsitz, die Anteile besaßen und dort in der Funktion von Verwaltern waren, aber nach 1896 wurde das Haupthaus in Büros umgebaut.[2] Das heutige Aussehen des Herrenhauses ist weitgehend durch die Umbauten und Renovierungen durch den Architekten Arnstein Arneberg[3] (1882–1961) in den Jahren 1936–1937 und den Restaurierungen durch die NIKU ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt. |
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Besitzende nach dem 18. Jahrhundert |
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In Folge der Napoleonischen Kriege in Norwegen verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage in Norwegen und das ganze Land erfasste eine Rezession, die bis in die 1830er Jahre andauerte.[4] Marcus Gjøe Rosenkrantz[5] war in der Krise gezwungen die Betriebe in Hafslund und Borregård[6] 1824 schließlich an den russischen Konsul Ernst Rohde[7] (1773–1832) zu verkaufen (vgl. 06.03 Maren Juel und ihre drei Ehemänner).[8] Rohde stammte aus Riga und wurde am 22. April 1814 als Kaufmann in Christiania[9] (heute Oslo) eingebürgert.[10] Sein neureicher Lebensstil und die zweifelhafte Herkunft seiner Frau ließen nichts Gutes erahnen,[11] aber der Konsul ließ Hafslund 1824 vernünftigerweise bei der norwegischen Feuerversicherung (Norges brannkasse) eintragen.[12] Vorbei an der wirtschaftlichen Realität plante er jedoch die Zahl der Sägewerke in Hafslund zu verdoppeln.[13] Die hochfliegenden Ideen Rohdes lösten sich schnell in Luft auf, sodass Rosenkrantz nur einen Teil des in Raten zu entrichtenden vereinbarten Kaufpreises erhielt.[14] Nach Rohdes Konkurs 1829 fiel Hafslund deshalb an Rosenkrantz zurück,[15] dem jedoch selber die Mittel fehlten, das Anwesen zu halten. Rosenkrantz musste 1831 gleichfalls Konkurs anmelden und in den Folgejahren verkaufte man den Besitz nach und nach.[16] Hafslund wurde 1835 von einem Konsortium aus vierzehn verschiedenen Anteilseignern erworben,[17] etwa dem deutschen Bankhaus unter Leitung von Wilhelm Christian Benecke von Gröditzberg[18] (1779–1860), dem portugisischen Generalkonsul Benjamin Wegner[19] (1795–1866), dem preussischen Generalkonsul Hans Faye (1797–1852) und dem Generalkonsul Andreas Grüning, von denen jedoch keiner in Hafslund lebte.[20] Unter Generalkonsul Grünings Leitung wuchs das Geschäft schnell und durch Verkäufe wie Erbfälle veränderten sich in den folgenden Jahrzehnten die Zusammensetzung der Anteilseigner.[21] Jacob Andreas Faye[22] (1829–1881), Sohn wie Erbe von Hans Faye und ebenfalls Generalkonsul, zog nach seiner Hochzeit mit Johanne Christine (Tina) Heftye (1831–1901) im Jahr 1852 als Verwalter in Hafslund ein.[23] Das Ehepaar nahm einige Veränderungen bei der Innenausstattung vor[24] und lebte bis 1877 im Herrenhaus,[25] obwohl sich die Anteile im Konsortium 1860 – wohl ausgelöst durch den Tod von Benecke von Gröditzbergs – veränderten: Einiger Grundbesitz wurde veräußert[26] und der restliche Besitz gedrittelt.[27] Der Teil mit dem Herrenhaus Hafslund kam 1864 in den Besitz von Nils Anker und Jørgen Breder aus Fredrikshald. Nach verschiedenen Veränderungen wurde 1896 ein norwegisch-deutsches Konsortium gegründet, das mit aus Wasserkraft erzeugter Elektrizität bis zum Ersten Weltkrieg zum größten Energieunternehmen des Landes aufstieg.[28] Im Jahr 1917 firmierte sich ein norwegisches Konsortium, das die Keimzelle des heutigen großen Energiekonzerns bildet:[29] Ab 1937 wurde dieser Konzern Hafslund AS, ab 2012 Hafslund E-CO AS genannt.[30] Seit 2017 gehört das Herrenhaus in Hafslund der Stadt Oslo (bis 1924 Christiania), die schon lange Anteilseigner bei der Hafslund AS war.[31] |
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Das Herrenhaus nach dem 18. Jahrhundert |
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Im 19. Jahrhundert wurde Hafslund sehr stark den Bedürfnissen der Besitzenden angepasst. Vor allem in der Zeit als Jacob Andreas Faye[32] (1829–1881) und Johanne Christine (Tina) Heftye (1831–1901) von 1852–1877 im Herrenhaus wohnten, wurden einige Veränderungen ausgeführt.[33] Äußerlich am klarsten ablesbar war 1865 die Verlegung der Eingangtür auf das Niveau des Hofs (Abb. 252). Die Höhendifferenz zum Erdgeschoss-Niveau wurde im Inneren mit einer geraden Treppe in der Vorhalle (Nr. 1, norwegisch forstuen) überwunden (Abb. 143).[34] Das ist dort noch heute anhand der schwarzen Bodenfliesen ablesbar, die verlegt wurden, als der Architekt Arnstein Arneberg[35] (1882–1961) 1936–1937 die originale Eingangssituation mit Außentreppe wiederhergestellt hat (vgl. 08.01 Erdgeschoss) (Abb. 148). Im Inneren hat das Ehepaar Faye die Räume dem Zeitgeschmack entsprechend neu gestrichen[36] und in den repräsentativen Räumen – der Vorhalle, Treppenhalle sowie im Saal – wurden an der Decke neogotische Stuckornamente angebracht.[37] Zu der Zeit das Herrenhaus nach 1877 nicht mehr bewohnt und ab 1896 als Firmenzentale genutzt wurde, hat man das Innere umgebaut,[38] um Büros, einige Wohnungen und eine Verwalterwohnung einzurichten. Am Gebäudeäußeren kann man diese Nutzungsänderungen an den Seitenflügeln noch heute ablesen – etwa durch Fenster mit einfacherer Sprossung oder die vermauerten Fensteröffnungen an den Giebeln der Ostseite.[39] Außerdem erhielt die Hoffassade einen Putz mit gelbem Anstrich. Auf der Nordseite wurde eine wohl im späten 18. Jahrhundert angelegte Böschung als Zugang zum Erdgeschoss durch eine große Veranda mit Balkon im Obergeschoss ersetzt (Abb. 253).[40] Im Inneren stellten der Ausbau und die Verlegung der Treppen sowie die Absenkung der Saaldecke und die Aufteilung des Raumes in Büros die größten Veränderungen dar.[41] Hvinden-Haug hat nach Grundrissen aus dieser Zeit geforscht, konnte aber das bekannte Aufmaß von Architekt Bjurstedt aus dem Jahr 1917 nicht ausfindig machen.[42] Bereits 1935 wurde der Architekt Arnstein Arneberg[43] (1882–1961) mit der Restaurierung des Herrenhauses in Hafslund beauftragt.[44] Die Renovierung sah vor, sowohl bei den Fassaden als auch im Inneren des corps de logis die Zeit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Peter Holter[45] (1723–1786) und Maren Juel[46] (1749–1815) herauszuarbeiten.[47] Während der in den Folgejahren vom Frühjahr 1936 bis in den Sommer 1937 durchgeführten Renovierung wurden im Hauptgebäude daher die Elemente des 19. Jahrhunderts entfernt, während in den Seitenflügeln vieles davon erhalten blieb – etwa Deckenrosetten, Türen oder Treppen.[48] Bei der Renovierung war das Obergeschoss als repräsentative Etage konzipiert, die alle Räume des corps de logis einbezieht (Nrn. 12–18). Dafür wurden in der Treppenhalle (Nr. 2) im Erdgeschoss zwar die zwei originalen Treppenaufgängen wiederhergestellt, doch für eine bessere Zirkulation im Obergeschoss am Austritt der Treppenläufe neue Türen zu den ehemaligen Kabinetten (Nrn. 14, 16) geöffnet, die nicht der historischen Disposition entsprechen. Auch am Äußeren gab es Rückbauten, um das Erscheinungsbild des 18. Jahrhunderts herzustellen: So wurden auf der Nordseite der Balkon und die Veranda aus dem 19. Jahrhundert abgebrochen (Abb. 253) und eine über zwei Treppen aus dem Park zugängliche Altane errichtet (Abb. 100).[49] Außerdem hat Arneberg auf der Hofseite die originale Zugangssituation mit der zweiläufigen Außentreppe (Abb. 130) unter Verwendung des originalen Portals (Abb. 129) sowie den Zaun am Ehrenhof rekonstruiert (Abb. 35). Das renovierte Herrenhaus wurde im Herbst 1937 in Anwesenheit von König Håkon VII.[50] (1872–1957, 1905 König) feierlich eingeweiht.[51] In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat die NIKU im Herrenhaus in Hafslund immer wieder Restaurierungen in einzelnen Räumen vorgenommen, zuletzt zum 250-jährigen Jubiläum 2012.[52] Seit den 1980er Jahren bis zuletzt 2008 wurden in den Seitenflügeln Hotelzimmer eingebaut, die sich im Erdgeschoss nun bis in Bereiche des corps de logis erstrecken. Zuletzt hat der Künstler Per Inge Bjørlo[53] (geb. 1952) 2008–2009 die ehemalige daglistuen (Nr. 5, Wohnzimmer) des Ehepaars Elieson neu gestaltet (Abb. 155, 255). Insgesamt erscheint das Herrenhaus Hafslund äußerlich weitgehend wie im späten 18. Jahrhundert, doch im Inneren ist durch stark wechselnde Nutzungen viel von der originalen Substanz des Neubaus von 1762 verloren gegangen. Der heutige Gebrauch als häufig genutzte Eventlocation der Stadt Oslo (bis 1924 Christiania) trägt zudem zum Verschleiß der historischen Substanz bei. Der Kompromiss zwischen gewinnbringender Nutzung und Bewahrung vorhandener Originalsubstanz ist wie oftmals auch in Hafslund Hovedgård eine schwierige Gradwanderung. |
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Garten und Park nach dem 18. Jahrhundert |
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Um 1800 erreichte der Garten und Park in Hafslund seine größte Ausdehnung und Pracht. Fast in dieser Form ist die Anlage auf der heute verschollenen Karte von 1867 zu sehen (Abb. 34), doch mit dem Verkauf des Anwesens im Jahr 1824 durch den letzten ‚privaten‘ Besitzer Marcus Gjøe Rosenkrantz[54] (1762–1838) begann eine Reihe an schnellen Wechseln der Besitzenden, die oftmals aus Konsortien gebildet wurden.[55] Auf diese Weise war die Funktion des Herrenhauses als Wohnhaus verloren. Damit verbunden erlosch das Interesse am Garten- und Parkgelände, sodass der Park im Laufe des 19. Jahrhunderts wenig bis gar nicht gepflegt wurde und langsam verwilderte.[56] Erst mit der Übernahme durch die spätere Aktiengesellschaft Hafslund (Hafslund AS) im Jahr 1896 begann um 1900 eine teilweise Wiederherstellung der Parkanlagen.[57] Allerdings konnte die ursprüngliche Form nicht in vollem Umfang wiederhergestellt werden: Bis ins frühe 19. Jahrhundert verlief die Landstraße (heute Landstraße Nr. 22 bzw. 118) über den Hof der Gutsanlage von Hafslund in östlicher Richtung nach Schweden – wie auf bekanntem Kartenmaterial dargestellt (Abb. 223).[58] Doch mit den Überlegungen für eine Brücke über den Glomma bei Hafslund,[59] wurde ebenfalls eine neue Straßenführung geplant. Frühestes Zeugnis dieser Überlegungen sind zwei Einträge mit alternativer Straßenführung auf einer Karte von 1822 (Abb. 215), die mit hoher Wahrscheinlichkeit spätere Ergänzungen auf der älteren Karte darstellen. Durch die gewählte tangentiale Variante der Straßenführung wurde die nördliche Allee von Hafslund aus dem 19. Jahrhundert zerschnitten, was sich mit dem Brückenbau über den Wasserfall Sarpsfossen[60] im Jahr 1854[61] endgültig zementierte (Abb. 30).[62] Diese Situation ist auf der heute verschollenen Karte von 1867 zu erkennen (Abb. 34). Nur wenige Jahre später wurde 1878 die erste Eisenbahnstrecke über den Fluss geführt, die im Jahr 1899 noch weiter ausgebaut wurde. Damit war die nördliche Allee an so vielen Stellen unterbrochen (Abb. 25), sodass sie heute fast bis zur Unkenntlichkeit zerstört ist (Abb. 216).[63] Ebenfalls verloren ist der westliche Teil des englischen Landschaftspark, der sich vom Herrenhaus bis zum kongehøien (Königshügel) erstreckte wie auf der heute verschollenen Karte von 1867 (Abb. 34) und der Karte von 1905 (Abb. 25) zu sehen ist. Auf dem Aussichtspunkt über dem Wasserfall hatte der letzten Besitzer Marcus Gjøe Rosenkrantz[64] (1762–1838) die sieben Säulen zur Erinnerung an königliche Besuche vor 1809 durch einen hölzernen Rundtempel ersetzen lassen.[65] Der Gedenkbau auf dem Hügel wurde 1905 bei einem Sturm zerstört und nicht wiederhergestellt.[66] Im Zuge der Renovierung 1936 legte man im Park auf der östlichen Seite des Herrenhauses ein Wasserreservoir an. Auf dieser Fläche wurde ein Nachbau des Tempels positioniert (Abb. 207, 256), der sich an dem originalen Rundbau orientiert.[67] Zu diesem Zeitpunkt verband man 1936 die an der Besitzgrenze vorhandene Allee nach Süden (Borgeveien, heute Landstraße Nr. 22) mit der neuen Hauptstraße (heute Landstraße Nr. 118) Richtung Brücke über den Sarpsfossen (Abb. 30), wodurch der westliche Teil des englischen Landschaftspark bis zum kongehøien (Königshügel) vom übrigen Parkgelände getrennt wurde. Dieser heute weitgehend ungenutzte ehemalige Parkbereich verwildert seitdem langsam.[68] Um das Herrenhaus verbleibt heute nur ein relativ kleines dreickiges Stück Garten, dass in drei Richtungen (östlich, nördlich und westlich) von Landstraßen begrenzt wird und der ehemalige Nutzgarten im Süden erscheint wie der ursprüngliche (Haupt-)Garten des Anwesens. Erste Maßnahmen zur Wiederherstellung des Parks erfolgten schon um die Wende zum 20. Jahrhundert, nahmen jedoch erst mit der erneuten Ankunft von Gärtnern in den 1920er Jahren an Fahrt auf.[69] Im Zuge der Renovierung 1936–1937 entschloss man sich einen pflegeleichten Park zu gestalten, der möglichst viel der vorhandenen alten Vegetation umfassen sollte.[70] Ebene Flächen wurden als Rasen oder Wiesen gestaltet ebenso wie der runde ehemalige Reitplatz.[71] Der heutige Garten und Park in Hafslund entspricht im Aussehen weitgehend in dieser Gestaltung von 1936 (Abb. 230). |
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Nebengebäude nach dem 18. Jahrhundert |
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Seit der Umstellung von Wasserkraft-betriebenen Sägewerken zu aus Wasserkraft erzeugtem Strom im Laufe des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts haben sich die Nebengebäude der Gutsanlage stark gewandet (vgl. 10. Wirtschaftsgebäude). Die Karte von 1905 zeigt sowohl ein Sägewerk, eine Sulfitfabrik als auch ein Elektrizitätswerk am Flussufer (Abb. 25), wobei die Stromgewinnung aus Wasserkraft mehr und mehr an Bedeutung gewinnen sollte.[72] Die dem Herrenhaus symmetrisch zugeordneten heutigen Wirtschaftsbauten der Gutsanlage folgen der Disposition aus dem späten 18. Jahrhundert (Abb. 3), sind aber in Teilen erneuert, um- oder ausgebaut worden, so etwa die östlichen Gebäude als modernes Konferenzzentrum mit zugehörigen Gästezimmern in den Kopfbauten und in Teilen der alten Stallungen (Abb. 257), während die westlichen Gebäude noch als Stallungen genutzt werden (Abb. 258). Die Wirtschafts- und Nebengebäude sind insgesamt schlechter als das Herrenhaus dokumentiert und wurden in der Folge durch wechselnde Nutzungen verändert oder sogar vielfach abgebrochen wie etwa die Sägemühlen und zugehörige Unterkünfte (Abb. 234), während die äußere Erscheinung der Wirtschaftsbauten direkt am Herrenhaus vermutlich weitgehend dem Aussehen des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts entspricht (Abb. 3).
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