01. Einführung
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Das estnische Herrenhaus Kolga (dt. Kolk)[1] liegt im heutigen Kreis Harju im ehemaligen Kirchspiel Kusal im Nordosten des Landes. Unweit der Ostseeküste, zeigt sich das imposante, zum Teil ruinöse Haus neugierigen Besucherinnen noch immer opulent mit mächtigem Portikus (Abb. 1, 2). Kolga gehört zu den ältesten Gütern des Landes.[2] Die Anlage schaut auf eine bewegte Geschichte zurück. Ihre glanzvollen Tage sind längst vorüber und engagierte estnische Wissenschaftler:innen und Verwalter kümmern sich um das Gut. Im Saal des Nordflügels wurden Wandmalereien aus dem 19. Jahrhundert von Absolvent:innen der EKA (Eesti Kunstiakadeemia) unter der Leitung von Professorin Hilkka Hiiop aufwändig restauriert (Abb. 3). Mittels Ausgrabungen versuch(t)en Archäologen die Geheimnisse des Anwesens zu ergründen und jährlich finden diverse Events statt. Sowohl in Fachkreisen, als auch in einer interessierten Öffentlichkeit erlangte das Haus und seine Umgebung lange nach seiner Blütezeit weitreichende Bekanntheit. Die nachfolgenden Artikelbeiträge fassen sehr kompakt vor allem einige jüngste Forschungen estnischer Wissenschaftler:innen zum Herrenhaus Kolga zusammen und geben einen gerafften Geschichtsüberblick. Gerade zu historischen Inhalten, inklusive der kunsthistorischen Einordnung des Hauses, forschte und publizierte der Kunsthistoriker Juhan Maiste kontinuierlich und in umfassender Form. Literatur- und Quellen sind nachfolgend in einer Auswahl wiedergegeben. Sowohl in Dänemark als auch in Schweden gibt es interessantes Quellenmaterial zum Haus Kolga, das noch auf eine wissenschaftliche Auswertung wartet.
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