02. Forschungstand
|
Jüngst erschienene Publikationen beschäftigten sich vornehmlich mit der Geschichte der Gutsanlage. Sowohl die Baugeschichte als auch das einstige Interieur sind dabei von besonderen Interesse für estnische Wissenschaftler:innen. Der Kunsthistoriker Juhan Maiste forscht seit vielen Jahren zur Kunst- und Kulturgeschichte des Hauses, die auch die Familiengeschichten der schwedisch-stämmigen Adelshäuser De la Gardie und Stenbock einschließt.[1] Hilkka Hiiop, Restauratorin und Professorin für Denkmalpflege und Konservierung (EKA), publizierte 2021 im Rahmen von Instandsetzungs- und Sicherungsmaßnahmen im Herrenhaus Kolga.[2] Der Archäologe Villu Kadakas und sein Kollege Erki Russow veröffentlichten 2016 zu vorgenommen Felduntersuchungen hinsichtlich der Überreste aus der Zisterzienserzeit und den mittelalterlichen Anlagen des Gutes.[3] Auch der Historiker Ants Hein publizierte in Sammelwerken zum Haus.[4] Im Jahr 2000 erschien eine Monografie zum Herrenhaus Kolk von Karl Montan in schwedischer, estnischer und englischer Sprache.[5] Im deutschsprachigen Raum veröffentlichte unter anderem Heinz Pirang in seiner zweiten Übersichtspublikation zu Baltischen Herrenhäusern 1928[6] sowie Hans Feldmann, Heinrich Mühlen und Gertrud Westermann im Baltisches historisches Ortlexikon (Teil 1 Estland) 1987[7] zu Kolga. In jüngster Zeit schrieb auch die Architekturhistorikerin Sabine Bock mit Blick auf vergleichende bau-, stil- und kulturhistorische Fragestellungen über das Herrenhaus.[8] Ältere historische Beiträge konzentrierten sich vornehmlich auf die Gutsgeschichte, einschließlich einer teilweisen Aufarbeitung der Besitzverhältnisse[9] sowie der Erstellung von Kompendien wichtiger historischer Urkunden,[10] die unter anderem für die estnische Gütergeschichte von Interesse sind. Unverzichtbar für genealogische Informationen zur Familie Stenbock ist ein mit Maschine geschriebenes, in deutscher Sprache verfasstes Dokument zur Familie Stenbock von Reinhold Stenbock aus dem Jahr 1937.[11]
|