03. Geschichte der Anlage vor dem 18. Jahrhundert
- 01. Einführung
- 02. Forschungsstand
- 03. Geschichte der Anlage vor dem 18. Jahrhundert
- 04. Überblick zur Gesamtanlage
- 05. Wirtschaftlicher Kontext
- 06. Besitzverhältnisse im 18. Jahrhundert
- 07. Herrenhaus: Baugeschichte und Architektur
- 08. Innenräume im 18. Jahrhundert
- 09. Garten und Park
- 10. Wirtschaftsgebäude
- 11. Kirche und Dorfstrukturen
- 12. Geschichte der Anlage nach dem 18. Jahrhundert
- 13. Geophysikalische Prospektion und digitale Dokumentation
- 14. Quellen- und Literaturverzeichnis
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Die früheste urkundliche Ersterwähnung des Gutsareals fällt in das Jahr 1399, als es unter dem Namen Urele in einem Lehnsdokument des Rigaer Erzbischofs Johannes von Wallenrode verzeichnet wurde.[1] In dem Dokument wird davon berichtet, dass 19 Siedlungen von Urele Eigentum des Schlosses Rozula waren.[2] Der Name 'Urele' bezeichnete damals das Gebiet des ersten Gutsbesitzes und weist auf die frühe Besiedlung dieser Region hin.[3] Die Besitzfolge der frühen Neuzeit ist durch eine Reihe von Adelsfamilien gekennzeichnet: Im Jahr 1451 erfolgte der Verkauf des Gutes an Kersten von Rosen. Zwölf Jahre später, im Jahr 1463, erwarb Barthold Rostherwe das Anwesen für 600 Mark.[4] Seine Tochter brachte den Hof als Mitgift in die Ehe ein, als sie in die Familie von Ungern einheiratete.[5] Das war von entscheidender Bedeutung für die Namensgebung, denn der Name der Familie von Ungern – im lettischen Sprachgebrauch Unguri – verlieh dem Gut ab da den Namen Ungurmuiža (‚Schloss‘ Ungern). Die Familie von Ungern besaß das Gut bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts. Im Jahr 1683 ging das Anwesen in den Besitz des Obersten Heinrich von Wolffenschild über, bevor es in der Folgezeit mehrfach die Besitzer wechselte.[6] 1728 trat dann die Familie in Erscheinung, die die Blütezeit der Anlage begründen sollte: Am 15. August 1728 erwarb der spätere russische Generalmajor und schwedische Freiherr, Balthasar Campenhausen (1689–1758), das Gut von General Ludwig Nicolas von Hallard für 7.700 Taler.[7] Die Familie Campenhausen sollte Ungurmuiža (Orellen) für über zwei Jahrhunderte bis 1939 besitzen und prägen,[8] wenngleich sie im Zuge der lettischen Agrarreform von 1920 den größten Teil des Grundbesitzes verlor.[9] |