07. Herrenhaus: Baugeschichte und Architektur
- 01. Einführung
- 02. Forschungsstand
- 03. Geschichte der Anlage vor dem 18. Jahrhundert
- 04. Überblick zur Gesamtanlage
- 05. Wirtschaftlicher Kontext
- 06. Besitzverhältnisse im 18. Jahrhundert
- 07. Herrenhaus: Baugeschichte und Architektur
- 08. Innenräume im 18. Jahrhundert
- 09. Garten und Park
- 10. Wirtschaftsgebäude
- 11. Kirche und Dorfstrukturen
- 12. Geschichte der Anlage nach dem 18. Jahrhundert
- 13. Geophysikalische Prospektion und digitale Dokumentation
- 14. Quellen- und Literaturverzeichnis
Baugeschichte |
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Balthasar von Campenhausen (1689–1758) ließ das heutige Herrenhaus von 1731 bis 1732 errichten.[1] Es handelt sich um ein repräsentatives Herrenhaus im spätbarocken Stil, dessen Materialwahl durch ein nach dem Großen Nordischen Krieg erlassenes Dekret des Zaren bestimmt wurde: Es war untersagt, außerhalb von Sankt Petersburg in Livland Steingebäude zu errichten.[2] Trotz dieser scheinbaren Einschränkung entstand ein elegantes Herrenhaus mit einem zeittypischen Mansarddach, das zu den bemerkenswertesten Beispielen hölzerner Architektur in der Region zählt. Das Herrenhaus in Orellen zeigt daher eine an die politischen und lokalen Gegebenheiten angepasste, repräsentative Barockarchitektur in Holzbauweise. |
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Beschreibung Herrenhaus |
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Das symmetrisch gestaltete Herrenhaus besteht aus einem eingeschossigen Baukörper und einem Mansarddach mit Gauben. Der rechteckige Baukörper weist an der Längsfront sieben breite und an der Querseite fünf schmalere Achsen auf. Die Erdgeschossfassade ist mit hölzernen Pilastern auf Piedestalen in toskanischer Ordnung verziert, wobei die Ecken in Immitation von Hausteinen rustiziert sind. Die Mittelachse ist zweigeschossig ausgeführt und tritt als Zwechhaus aus dem Mansarddach heraus. Auf der Gartenseite ist in der Mittelachse eine Veranda mit einer Altane im Obergeschoss angebaut. Außerdem befindet sich in der Mittelachse aller vier Fassaden jeweils ein zweiflügeliges Eingangsportal, was die Symmetrie des Gebäudes betont. Das Mansarddach ist mit Holzschindeln gedeckt und besitzt auf der unteren Ebene größere Dachgauben in Form von Giebelgauben mit Dreiecksgiebeln (vier an der Längs- bzw. drei auf der Querseite) und lediglich zwei kleinere Gauben auf der oberen Ebene an der Längsseite. Zwei mächtige symmetrisch angeordnete Schonsteine vollenden das Erscheinungsbild des Herrenhauses. |