08. Innenräume im 18. Jahrhundert

From Herrenhäuser
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Disposition

Der Grundriss des rechteckigen Baukörpers weißt hof- und gartenseitig eine Enfilade aus mehreren Räumen auf. In der Mittelachse erschließt ein Vorplatz das Haus. Dort ist auch die gerade einläufige Treppe ins Obergeschoss angeordnet. Zu beiden Seiten gelangt man vom Vorplatz aus über die hofseitige Enfilade in je drei Räume (zeitgenössisch vermutlich jeweils als Appartement genutzt), während in der Raumtiefe des Eingangsbereichs die gartenseitige Enfilade über den größten Raum des Hauses als repräsentatives Zentrum erschlossen wird. In einer Zwischenzone mit unterschiedlichen Nebenräumen sind ein Großteil der Heizinfrastruktur für die zahlreichen Öfen im Haus, weitere Nebenräume und die Seiteneingänge angeordnet.

Innenausstattung

Die große kulturhistorische Bedeutung erlangt das Herrenhaus durch seine außergewöhnlich reichen Wandmalereien und Deckenplafonds aus dem 18. Jahrhundert, die als die bedeutendsten ihrer Art in der Region Vidzeme (Livland) gelten.[1] Sie wurden zwischen 1750 und 1762 von dem Malermeister Georg Dietrich Hinsch aus Limbaži (ehemals Lemsal) ausgeführt.[2] Die Malereien verbinden ornamentale Motive sowie allegorische Elemente mit Szenen aus dem ländlichen Leben und zeigen in illusionistischer Manier unter anderem Hirten mit Schafen und stilisierte Bäume.

Zur gleichen Zeit um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Obergeschoss ausgebaut.[3] Ein besonders ikonographisches Detail bilden die beidseitig des Schlafgemachs im Obergeschoss dargestellten russischen Grenadiere. Diese Darstellungen, die mutmaßlig die Züge von Zar Peter dem Großen aufweisen, sollen die Dankbarkeit Balthasar von Campenhausens ausdrücken, der in der Schlacht bei Poltawa (1709) dank des Einsatzes von zwei Grenadieren überlebt hatte. Die Ikonographie des Hauses ist somit untrennbar mit der militärischen und politischen Karriere des Bauherrn im Dienst des Russischen Reiches verknüpft.[4]

  1. Vgl. Lancmanis 1998.
  2. Vgl. Lancmanis 1998.
  3. Vgl. Lancmanis 1998.
  4. Vgl. Lancmanis 1998.