05. Wirtschaftlicher Kontext
- 01. Einleitung
- 02. Forschungsstand
- 03. Geschichte der Anlage vor dem 18. Jahrhundert
- 04. Überblick zur Gesamtanlage
- 05. Wirtschaftlicher Kontext
- 06. Besitzverhältnisse im 18. Jahrhundert
- 07. Herrenhaus: Baugeschichte und Architektur
- 08. Innenräume im 18. Jahrhundert
- 09. Garten und Park im 18. Jahrhundert
- 10. Wirtschaftsgebäude
- 11. Kirche
- 12. Geschichte der Anlage nach dem 18. Jahrhundert
- 13. Messkampagne
- 14. Quellen- und Literaturverzeichnis
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Ursprünglich bestanden die Pronstorfer Ländereien aus sechs niedergelegten Hufen des alten Dorfes Pronstorf. Zum Gut gehörten die Meierhöfe Rösing, Diekhof, Neukoppel mit Verwalterhof, das Dorf Strenglin mit Wassermühle (seit 1614) sowie, von 1783 bis 1937, eine Windmühle (Abb. 7, 8). Darüber hinaus gab es eine Schmiede, die Ziegelei „zu Hartenkamp“ sowie zahlreiche Einzelstellen und Ländereien. Die Ziegelei war im 18. Jahrhundert schon recht bekannt; sie lieferte 1740 auch die Steine für das Schloss Traventhal.[1] Ein späterer Neubau der Ziegelei im Jahre 1888 existiert nur noch in Gebäuderesten (Abb. 9). Sie wurde 1965 geschlossen. Die Höfe des Gutes Pronstorf wurden von Leibeigenen und Pächtern bewirtschaftet bzw. verwaltet und betrieben. Im 18. Jahrhundert gab es einen Aufstand der Leibeigenen. Heinrich von Buchwaldt schrieb daraufhin in einem Gesuch an den Herzog Karl Friedrich zu Gottorf (1702–1739), er möge ihm „2 Unterofficiers und 12 Mousquetaires“ senden, um ihn gegen seine aufrührerischen Leute zu schützen, die weder Verwalter noch Vogt gehorchen wollten.[2] Durch Waldwirtschaft, Koppelwirtschaft, „Holländerei“[3] in der Viehwirtschaft[4] sowie Fischwirtschaft konnte sich das Gut versorgen und seine Einnahmen sichern. Insbesondere während des Nordischen Krieges (1700–1721) in Schleswig und Holstein musste das Gut immer wieder hohe Abgaben leisten, was den Wirtschaftsbetrieb stark schädigte.
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