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Der Argumentation Lancmanisʼ, nach der das Herrenhaus Schleck mit seinen Maßen und in seinen Proportionen dem Stadtschloss in Mitau/Jelgava ähnlich sei, kann an dieser Stelle nicht gefolgt werden. Jenes, so Lancmanis, war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts für Herzog Friedrich Kasimir (Kettler, 1650-1698) erbaut und um 1720 für die Herzoginwitwe Anna Iwannowna (1693-1740) umgebaut worden.[13]
Die heutige Ruine des Herrenhauses Schleck/Zlēkas zeigt mehr von der ehemaligen Gartenfront, als von der nahezu nicht mehr vorhandenen Hoffront. Die Seitenwände ragen zum Teil noch zweigeschossig in die Höhe, das Innere der Ruine ist von Ziegelschutt bedeckt. Da der Putz größtenteils verschwunden ist, kann die Mauerstruktur der Ruine studiert werden (Abb. 2, 3, 45, 51, 52).
Abb. 51 Ruine Zlēkas, Gartenfassade von Norden, Foto: Vienna Institute for Archaeological Science 2023.
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Abb. 52 Ruine Zlēkas, Nordfassade, Foto: Vienna Institute for Archaeological Science 2023.
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Das zu Schleck benachbart liegende und mit diesem vergleichbare Herrenhaus Popen/Pope, welches heute noch existiert und dessen Hofanlage ebenfalls nachvollziehbar bleibt, wurde laut Pirang um 1620 erbaut und später um zwei Verlängerungsflügel erweitert. An den jeweils angrenzenden Seiten des rechteckigen Hofes lagen Wohngebäude für Gutsangestellte; in der Mittelrisalitachse die Einfahrt. Der von Pirang als nüchtern beschriebene Bau muss noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine reiche und sehenswerte Ausstattung „aus älterer Zeit“[14] besessen haben. Elchgeweihe hingen in der großen Eingangshalle.[15]
Popen/Pope ist ebenfalls zweigeschossig und 13 achsig, wobei jeweils einmal zwei und einmal drei Fenster zu Gruppen zusammengezogen sind. Ein gleichfalls nur leicht vorspringender dreiachsiger und dreigeschossiger Risalit mit Dreiecksgiebel und Lunettefenster durchbricht das hohe Walmdach (mit wohl gleichfalls vier Schornsteinen). Die Fassade bleibt bis auf einzelne mittels Stuck betonte Fensterstürze ohne plastischen Schmuck. Ein vielleicht nicht bauzeitlicher Portikus mit Balkon zeigt drei Arkaden, die den Zutritt zum Haus gewähren. Dieses Motiv des Rundbogens war mit dem Haupteingang des Herrenhauses Schleck durchaus vergleichbar. Ein Podest unterstreicht den Zugang in Popen/Pope zusätzlich.
- ↑ Vgl. Lancmanis 2009, S. 21, 25. Spārītis 2015a beschreibt die Bauzeit als zwischen 1709 und 1715 liegend. Vgl. ebd., S. 29.
- ↑ Lancmanis 2009, S. 22.
- ↑ Vgl. Behr/Senning 1979, S. 95.
- ↑ Vgl. Behr/Senning 1979, S. 95. Spārītis 2015a, S. 31.
- ↑ Vgl. Behr/Senning 1979, S. 96. Später war die Farbgebung weiß mit grauer Rahmengliederung. Vgl. ebd.
- ↑ Lancmanis übernimmt in seinem Aufsatz die Einschätzungen des Bauhistorikers und Spezialisten für ehemals ostpreußische Herrenhäuser Carl v. Lorck (1892-1975), nachdem das Herrenhaus Schleck mindestens mit dem Herrenhaus Carwinden im ehemaligen Ostpreußen Ähnlichkeiten aufweise. Vgl. Lancmanis 2009, S. 25-26, 28. Auch Spārītis gibt 2015 die Einschätzungen Carl v. Lorcks wieder. Vgl. Spārītis 2015a, S. 31. Zur Baubeschreibung des Herrenhauses vergleiche ebenfalls Behr/Senning 1979, S. 95, Pirang 1926, S. 39 und Spārītis 2015a, S. 31-32.
- ↑ Lancmanis 2009, S. 28.
- ↑ Fragmente des Schmiedewerks der Treppe werden im Museum in Windau (muzejs Ventspilī) und im Schlossmuseum Ruhenthal (Rundāles Pils Muzejs) aufbewahrt. Vgl. Lancmanis 2009, S. 28. Die lettische Autorin Laimdota Sēle führt in ihrem 2015 erschienenen, anekdotisch geschriebenen Buch Zlēkas. Laiki un likteņi (Schleck. Zeiten und Schicksale) mehrere Überlieferungen der Entstehungssage des Treppengeländers auf. Ebd. S. 60-61.
- ↑ Vgl. Lancmanis 2009, S. 28 und Abb. 5.
- ↑ Vgl. Lancmanis 2009, S. 28.
- ↑ Vgl. Behr/Senning 1979, S. 95.
- ↑ Vgl. Behr/Senning 1979, S. 96.
- ↑ Vgl. Lancmanis 2009, S. 26.
- ↑ Pirang 1926, S. 39.
- ↑ Vgl. Pirang 1926, S. 39.
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