Stola/07.04 Architektur: Unterschied zwischen den Versionen
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Datei:10A Stola 1728 nur Haus © Lantmäteriet.webp|<small>Abb. 10 Torsten Lohm, Vermessung von Stola, Karte 1, Detail, 1728<small> | |||
Datei:11A Stola 1728 (2) nur Haus © Lantmäteriet.webp|<small>Abb. 11 Torsten Lohm, Vermessung von Stola, Karte 2, Detail, 1728<small> | |||
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Wie auf den beiden Vermessungsplänen von 1728 ([https://historiskakartor.lantmateriet.se/hk/viewer/internal/P195-7:1/4c4d535f503139352d373a31/lms2/LMS/Strö%20socken%20Stola%20nr%201/Geometrisk%20avmätning Karte 1], [https://historiskakartor.lantmateriet.se/hk/viewer/internal/16-stö-2a/0001lawv/lm16/REG/16-stö-2a/Arealavmätning Karte 2]) (Abb. 10, 11) und einem zeitgenössischen Gemälde (Abb. 25) dargestellt standen vor und hinter dem Hauptgebäude in Stola je zwei quadratische Pavillone aus Holz.<ref>Vgl. Westrin 1986, S. 13.</ref> Diese waren laut Inventar von 1729<ref>Vgl. Reichsarchiv, Stockholm, Signatur: Ekebladska samlingen 3.</ref> im Inneren jeweils in vier Räume aufgeteilt,<ref>Vgl. Karlson 1940, S. 60.</ref> ob wohl die Abmessungen der kleineren Pavillone außen laut einer Dokumentation des Västergötlands Museum lediglich etwa 6 x 6 m betrugen.<ref>Vgl. Carlquist 2012, S. 1.</ref> Von den Flügelpavillons diente der nordöstliche am Vorhof in Stola als Küche. Dieser hölzerne Pavillon wurde 1781 durch einen größeren rechteckigen Neubau aus Stein ersetzt,<ref>Vgl. Westrin 2004, S. 235, Bildunterschrift.</ref> der in Grundmauern auf der 2022 ausgeführten geophysikalischen Prospektion zu erkennen ist [Link zu 13] (Abb. 65).<ref>Vgl. Ergebnisse der GeoSphere Austria von 2022.</ref> Die beiden Flügelpavillons der Gartenseite in Stola wurden vom Erben Graf [https://www.adelsvapen.com/genealogi/Piper_nr_46#TAB_7 Gustaf Piper]<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q70206957.</ref> (1771–1857) [Link zu 12] nach 1816 in den Park der [https://sv.wikipedia.org/wiki/Villa_Giacomina Villa Giacomina]<ref>Zur Villa Giacomina vgl. Gustafsson 2010, http://stud.epsilon.slu.se/2034/1/gustafsson_h_101122.pdf (26.03.2024); vgl. https://sv.wikipedia.org/wiki/Villa_Giacomina (12.02.2024).</ref> vor das dortige Herrenhaus (Abb. 49) versetzt und sind heute offenbar unkenntlich umgebaut oder verloren.<ref>Vgl. Westrin 2004, S. 237, Bildunterschrift. Diese scheinen heute durch Neubauten aus Stein ersetzt, vgl. https://www.google.de/maps/place/VILLA+GIACOMINA-PARKEN/@58.5348431,13.1293514,159m/data=!3m1!1e3!4m6!3m5!1s0x465b2f50a8a8e613:0x22ba86b6629522a8!8m2!3d58.5336667!4d13.1278286!16s%2Fg%2F11pcl1kc9j?entry=ttu (13.02.2024).</ref> Das Pendant zum Küchenpavillon im Südosten des Vorhofs in Stola stand auch als Nebengebäude im Park der Villa Giacomina und wurde 1991 wegen Baufälligkeit abgerissen.<ref>Vgl. Westrin 2004, S. 237, Bildunterschrift.</ref> Westrin hat eine aquarellierte Zeichnung des abgebrochenen Pavillons von Björn Hultgren publiziert,<ref>Vgl. Westrin 2004, S. 237.</ref> während Gullbrandson auf ein Foto des Pavillons (Abb. 66) aus dem Jahr 1986 im Besitz des Västergötlands Museum verwies.<ref>Der Autor bedankt sich sehr herzlich für diesen Hinweis bei Robin Gullbrandsson. In der Dokumentation des Museums werden einige vergleichbare Pavillons in Schweden aufgelistet, vgl. Carlquist 2012, S. 2–3.</ref> | Wie auf den beiden Vermessungsplänen von 1728 ([https://historiskakartor.lantmateriet.se/hk/viewer/internal/P195-7:1/4c4d535f503139352d373a31/lms2/LMS/Strö%20socken%20Stola%20nr%201/Geometrisk%20avmätning Karte 1], [https://historiskakartor.lantmateriet.se/hk/viewer/internal/16-stö-2a/0001lawv/lm16/REG/16-stö-2a/Arealavmätning Karte 2]) (Abb. 10, 11) und einem zeitgenössischen Gemälde (Abb. 25) dargestellt standen vor und hinter dem Hauptgebäude in Stola je zwei quadratische Pavillone aus Holz.<ref>Vgl. Westrin 1986, S. 13.</ref> Diese waren laut Inventar von 1729<ref>Vgl. Reichsarchiv, Stockholm, Signatur: Ekebladska samlingen 3.</ref> im Inneren jeweils in vier Räume aufgeteilt,<ref>Vgl. Karlson 1940, S. 60.</ref> ob wohl die Abmessungen der kleineren Pavillone außen laut einer Dokumentation des Västergötlands Museum lediglich etwa 6 x 6 m betrugen.<ref>Vgl. Carlquist 2012, S. 1.</ref> Von den Flügelpavillons diente der nordöstliche am Vorhof in Stola als Küche. Dieser hölzerne Pavillon wurde 1781 durch einen größeren rechteckigen Neubau aus Stein ersetzt,<ref>Vgl. Westrin 2004, S. 235, Bildunterschrift.</ref> der in Grundmauern auf der 2022 ausgeführten geophysikalischen Prospektion zu erkennen ist [Link zu 13] (Abb. 65).<ref>Vgl. Ergebnisse der GeoSphere Austria von 2022.</ref> Die beiden Flügelpavillons der Gartenseite in Stola wurden vom Erben Graf [https://www.adelsvapen.com/genealogi/Piper_nr_46#TAB_7 Gustaf Piper]<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q70206957.</ref> (1771–1857) [Link zu 12] nach 1816 in den Park der [https://sv.wikipedia.org/wiki/Villa_Giacomina Villa Giacomina]<ref>Zur Villa Giacomina vgl. Gustafsson 2010, http://stud.epsilon.slu.se/2034/1/gustafsson_h_101122.pdf (26.03.2024); vgl. https://sv.wikipedia.org/wiki/Villa_Giacomina (12.02.2024).</ref> vor das dortige Herrenhaus (Abb. 49) versetzt und sind heute offenbar unkenntlich umgebaut oder verloren.<ref>Vgl. Westrin 2004, S. 237, Bildunterschrift. Diese scheinen heute durch Neubauten aus Stein ersetzt, vgl. https://www.google.de/maps/place/VILLA+GIACOMINA-PARKEN/@58.5348431,13.1293514,159m/data=!3m1!1e3!4m6!3m5!1s0x465b2f50a8a8e613:0x22ba86b6629522a8!8m2!3d58.5336667!4d13.1278286!16s%2Fg%2F11pcl1kc9j?entry=ttu (13.02.2024).</ref> Das Pendant zum Küchenpavillon im Südosten des Vorhofs in Stola stand auch als Nebengebäude im Park der Villa Giacomina und wurde 1991 wegen Baufälligkeit abgerissen.<ref>Vgl. Westrin 2004, S. 237, Bildunterschrift.</ref> Westrin hat eine aquarellierte Zeichnung des abgebrochenen Pavillons von Björn Hultgren publiziert,<ref>Vgl. Westrin 2004, S. 237.</ref> während Gullbrandson auf ein Foto des Pavillons (Abb. 66) aus dem Jahr 1986 im Besitz des Västergötlands Museum verwies.<ref>Der Autor bedankt sich sehr herzlich für diesen Hinweis bei Robin Gullbrandsson. In der Dokumentation des Museums werden einige vergleichbare Pavillons in Schweden aufgelistet, vgl. Carlquist 2012, S. 2–3.</ref> | ||
|[[Datei:25 ABB Stola, Herrenhaus, Ansicht mit Flügelpavillons, 18. Jahrhundert.webp|mini|Abb. 25 Stola, Herrenhaus, Ansicht]] | |[[Datei:25 ABB Stola, Herrenhaus, Ansicht mit Flügelpavillons, 18. Jahrhundert.webp|mini|Abb. 25 Stola, Herrenhaus, Ansicht]] |
Version vom 25. März 2025, 13:56 Uhr
- 01. Einführung
- 02. Forschungsstand
- 03. Geschichte der Anlage vor dem 18. Jahrhundert
- 04. Überblick zur Gesamtanlage
- 05. Wirtschaftlicher Kontext
- 06.00 Besitzverhältnisse im 18. Jahrhundert
- 06.01 Claes Ekeblad d.Ä. und Hedvig Mörner
- 06.02 Claes Ekeblad d.J. und Eva de la Gardie
- 06.03 Claes Julius Ekeblad und Brita Horn
- 07.00 Herrenhaus: Baugeschichte und Architektur
- 07.01 Vorgängerbau
- 07.02 Neubau des Herrenhauses 1713–1719
- 07.03 Beschreibung Herrenhaus
- 07.04 Architektur
- 08.00 Innenräume im 18. Jahrhundert
- 08.01 Erdgeschoss
- 08.02 Obergeschoss
- 08.03 Untergeschoss und Dachgeschoss
- 08.04 Sammlungen
- 09.00 Garten und Park
- 09.01 Garten und Park vor 1700
- 09.02 Garten und Park 1728
- 09.03 Garten und Park um 1750
- 09.04 Die Ekeblad-Eiche
- 09.05 Garten und Park 1790
- 10. Wirtschaftsgebäude
- 11. Kirche und Dorfstrukturen
- 12.00 Geschichte der Anlage nach dem 18. Jahrhundert
- 12.01 Besitzverhältnisse nach dem 18. Jahrhundert
- 12.02 Das Herrenhaus nach dem 18. Jahrhundert
- 12.03 Garten und Park nach dem 18. Jahrhundert
- 12.04 Nebengebäude nach dem 18. Jahrhundert
- 13. Geophysikalische Prospektion und digitale Dokumentation
- 14. Quellen- und Literaturverzeichnis
Architektur |
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Herrenhaus |
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Der Entwurf des Herrenhauses lehnt sich mit den heute verlorenen vier Flügelpavillons (Abb. 25) an die Disposition des Riddarhuset[1] (Abb. 12) in Stockholm an, das zwischen 1641 und 1674 errichtet wurde.[2] Als Mitglied der Ritterschaft kannte Claes Ekeblad d.Ä.[3] (1669–1737) den Bau aus eigener Anschauung. Außerhalb der Hauptstadt war der prominente Bau mit Hilfe von Darstellungen auf Kupferstichen als Modell für einen lokalen Baumeister wie Håkan Eliander[4] genauso verfügbar. Das Gebäude in Stola ist im Vergleich zum Riddarhuset in den Abmessungen etwa der Achszahl, vor allem der Fassadengestaltung und im Material der vier Flügelbauten aus Holz wesentlich bescheidener, lässt das Stockholmer Vorbild jedoch noch erkennen. Ähnliche Herrenhäuser aus dem 17. Jahrhundert, von denen Eliander als Modell für Stola Kenntnis haben konnte, finden sich zeitgenössisch beispielsweise in Erik Dahlbergs[5] Suecia Antiqua et Hodierna [...],[6] wo etwa das viel prächtigere Schloss Steninge[7] (Abb. 64) nach dem Entwurf von Nicodemus Tessin d.J. mit (allerdings nur zwei) Flügelbauten oder das Riddarhuset selbst dargestellt sind. FlügelbautenWie auf den beiden Vermessungsplänen von 1728 (Karte 1, Karte 2) (Abb. 10, 11) und einem zeitgenössischen Gemälde (Abb. 25) dargestellt standen vor und hinter dem Hauptgebäude in Stola je zwei quadratische Pavillone aus Holz.[8] Diese waren laut Inventar von 1729[9] im Inneren jeweils in vier Räume aufgeteilt,[10] ob wohl die Abmessungen der kleineren Pavillone außen laut einer Dokumentation des Västergötlands Museum lediglich etwa 6 x 6 m betrugen.[11] Von den Flügelpavillons diente der nordöstliche am Vorhof in Stola als Küche. Dieser hölzerne Pavillon wurde 1781 durch einen größeren rechteckigen Neubau aus Stein ersetzt,[12] der in Grundmauern auf der 2022 ausgeführten geophysikalischen Prospektion zu erkennen ist [Link zu 13] (Abb. 65).[13] Die beiden Flügelpavillons der Gartenseite in Stola wurden vom Erben Graf Gustaf Piper[14] (1771–1857) [Link zu 12] nach 1816 in den Park der Villa Giacomina[15] vor das dortige Herrenhaus (Abb. 49) versetzt und sind heute offenbar unkenntlich umgebaut oder verloren.[16] Das Pendant zum Küchenpavillon im Südosten des Vorhofs in Stola stand auch als Nebengebäude im Park der Villa Giacomina und wurde 1991 wegen Baufälligkeit abgerissen.[17] Westrin hat eine aquarellierte Zeichnung des abgebrochenen Pavillons von Björn Hultgren publiziert,[18] während Gullbrandson auf ein Foto des Pavillons (Abb. 66) aus dem Jahr 1986 im Besitz des Västergötlands Museum verwies.[19] |
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