Stola/12.02 Das Herrenhaus nach dem 18. Jahrhundert: Unterschied zwischen den Versionen

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(Die Seite wurde neu angelegt: „{{DISPLAYTITLE:{{SUBPAGENAME}}}} {{#subpages:{{BASEPAGENAME}}|pathstyle=subpagename}} <div class="content"> {| | colspan="2" | ==Überblick== | |- | colspan="2" | Vor der Mitte des 20. Jahrhunderts wechselte die Gutsanlage in Stola im 19. und frühen 20. Jahrhundert öfter die Hände: Anfänglich war Stola eine unter vielen Besitzungen der gräflichen Familie Piper, später der Grafen Hamilton. Im Jahr 1879 wurde Stola schließlich an Bürgerliche verkauf…“)
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==Überblick==
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Vor der Mitte des 20. Jahrhunderts wechselte die Gutsanlage in Stola im 19. und frühen 20. Jahrhundert öfter die Hände: Anfänglich war Stola eine unter vielen Besitzungen der gräflichen Familie Piper, später der Grafen Hamilton. Im Jahr 1879 wurde Stola schließlich an Bürgerliche verkauft: In der Folge besaßen die Familien Lindqvist, Otterström und Ander die Gutsanlage.<ref>Vgl. Westrin 1986, S. 19.</ref> In den Jahren 1928–1929 hat [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil#/sbl/Mobil/Artikel/8922 Alfred Nilson]<ref>Auch Nilsson. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q24019266.</ref> (1888–1953) den Saal und weitere Räume in Stand gesetzt. Von 1948–1951 wurde das Herrenhaus durch den Architekten [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil#/sbl/Mobil/Artikel/9756 Erik Lundberg]<ref>Vgl. Lundberg 1935, Lundberg 1942, Lundberg 1966, https://www.wikidata.org/wiki/Q5965758.</ref> (1895–1969) umgebaut und umfangreich restauriert, wobei man das Gebäude vor allem im Erdgeschoss an einen modernen Wohnkomfort angepasst hat. Diese Maßnahmen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts steht heute ebenfalls unter Denkmalschutz.<ref>Dazu umfänglich Gullbrandsson 2010.</ref> Seit 1989 sind das Herrenhaus und der denkmalgeschützte Gartenbereich im Eigentum einer vom letzten privaten Besitzer Holger Ander ins Leben gerufenen Stiftung.<ref>Vgl. https://www.stola.se/historik/ (2023-02-22).</ref>
Die Gutsanlage in Stola hat – trotz des Verlusts der vier Flügelpavillone – viel von der ursprünglichen Gestalt aus dem 18. Jahrhundert bewahrt, wenngleich der Umbau und die Restaurierung des Architekten [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil#/sbl/Mobil/Artikel/9756 Erik Lundberg]<ref>Vgl. Lundberg 1935, Lundberg 1942, Lundberg 1966, https://www.wikidata.org/wiki/Q5965758.</ref> (1895–1969) 1948–1951 den Charakter des Herrenhauses im Inneren insbesondere im Erdgeschoss verändert haben, während seine Arbeiten im Obergeschoss erheblich zur Erhaltung der historisch bedeutenden Raumausstattung beigetragen haben.
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[[Datei:Denkmalschutz Stola Westrin1986 S 52.webp|mini|Abb. 24 Barbro Westrin, Skizze des Denkmalschutzbereichs in Stola, 2004]]
[[Datei:25 ABB Stola, Herrenhaus, Ansicht mit Flügelpavillons, 18. Jahrhundert.webp|mini|Abb. 25 Stola, Herrenhaus, Ansicht]]
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=== Besitzverhältnisse nach dem 18. Jahrhundert ===
Abgesehen von der Abtragung der Flügelpavillons (Abb. 25, 66) im 19. Jahrhundert stellt die größte Veränderung am äußeren Erscheinungsbild des 18. Jahrhunderts des Herrenhauses in Stola der Wechsel im Material der Dachdeckung dar: Die Deckung des [https://sv.wikipedia.org/wiki/Säteritak Säteridachs] bildeten anfänglich laut Quellen traditionelle Eichenschindeln, seit 1880 Dachziegel (Abb. 63) und seit der Restaurierung Mitte des 20. Jahrhunderts besteht das Dach aus gefalzten Kupferplatten mit vertikalen Stegen (Abb. 58).<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 51. Ältere Fotographien zeigen noch die Ziegeldeckung aus dem Jahr 1880, vgl. Westrin 1986, S. 17. Luthander 1968, S. 424 verbindet die Ziegeldeckung erst mit der Zeit Otterströms.</ref> Dadurch wird das zeitgenössische Erscheinungsbild mit dunkelfarbigen Eichenschindeln insbesondere aufgrund der grünlichen Farbe des Dachs verändert.
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=== Das Herrenhaus nach dem 18. Jahrhundert ===
Datei:63 ABB Stola, Herrenhaus, Ansicht, Dach mit Dachziegeln 1927, Västergötlands museum.webp|<small>Abb. 63 Stola, Herrenhaus, Ansicht, Dach mit Dachziegeln, 1927, Västergötlands museum<small>
Datei:IMG 8281.webp|<small>Abb. 58 Stola, Herrenhaus, Gartenseite, 2022<small>
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[[Datei:25 ABB Stola, Herrenhaus, Ansicht mit Flügelpavillons, 18. Jahrhundert.webp|mini|Abb. 25 Stola, Herrenhaus, Ansicht mit Flügelpavillons, 18. Jahrhundert, Nordiska museet]]
[[Datei:Flyglar Villa Giacomina vorher Stola © Thomas Carlquist.webp|mini|Abb. 66 Villa Giacomina, Flügelpavillon aus Stola, Foto 1986, Västergötlands museum]]
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===Restaurierung durch Alfred Nilson 1928–1929===
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|Weil der letzte Ekeblad, [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil/Artikel/16804 Claes Julius]<ref name=":0" /> (1742–1808) [Link zu 06.04], kinderlos verstarb, fiel die Gutsanlage in Stola im Jahr 1808 an einen seiner Neffen, Graf [https://www.adelsvapen.com/genealogi/Piper_nr_46#TAB_7 Gustaf Piper]<ref name=":1" /> (1771–1857).<ref name=":2" />  (...)
| Abgesehen von der Abtragung der Flügelpavillons (Abb. 25) im 19. Jahrhundert stellt die größte Veränderung am äußeren Erscheinungsbild des 18. Jahrhunderts  des Herrenhauses in Stola (...)
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In den Jahren 1928–1929 setzte der Restaurator [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil#/sbl/Mobil/Artikel/8922 Alfred Nilson]<ref>Auch Nilsson. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q24019266.</ref> (1888–1953) einige Bereiche des Hauses hauptsächlich im Obergeschoss und dort vor allem den Saal in Stand. Diese Arbeiten sind laut Gullbrandsson relativ gut dokumentiert,<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53.</ref> doch wurde dabei teilweise frei schöpferisch ergänzt, um ein gutes Gesamtbild zu erzeugen:<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53, 54.</ref> So erhielten beispielsweise die Decken beider Flurbereiche im Erd- und Obergeschoss (Nr. 1, 23) in Anlehnung an die Decke im Saal (Nr. 17) eine nicht nachgewiesene gemalte Kassettierung (Abb. 173), die heute wieder entfernt ist.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 54, Abb. 7.</ref> Bei der Wandbespannung im Saal (Nr. 17) war Nilson sogar gezwungen zu ergänzen, denn die Malereien waren mit Feuchteschäden, Rissen und fehlenden Teilen in einem sehr schlechten Zustand (Abb. 174). Der Gesamteindruck der Wandbespannung wird durch Nilsons vereinfachte Ergänzungen komplettiert ohne mit den originalen Partien in Konkurrenz zu treten (Abb. 101).<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53.</ref> Die Arbeiten Nilsons führten zu einer Konservierung fast aller Räume im Obergeschoss des Herrenhauses.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53.</ref>
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===Garten und Park nach dem 18. Jahrhundert===
Datei:Saal Gullbrandsson 2010 S 52 Abb 4.webp|<small>Abb. 174 Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, Saal, Zustand 1928, Alfred Nilsons arkiv, ATA<small>
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Datei:IMG 8442.webp|<small>Abb. 101 Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, Saal, 2022<small>
===Nebengebäude nach dem 18. Jahrhundert===
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[[Datei:173 ABB Alfred Nilson, Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, oberer Vorplatz, gemalte Deckenkassetten von 1928.webp|mini|Abb. 173 Alfred Nilson, Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, oberer Vorplatz, gemalte Deckenkassetten von 1928, Alfred Nilsons arkiv, ATA]]
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===Umbau durch Erik Lundberg 1948–1951===
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|Auf Grund der Vernachlässigung im 19. Jahrhundert ist auf der amtlichen [https://historiskakartor.lantmateriet.se/hk/viewer/internal/J112-53-16/52414b5f4a3131322d35332d3136/rak2/RAK/Sunnersberg,%2053-16/Häradsekonomiska%20kartan Landkarte von Sunnersberg]<ref name=":3" /> (um 1877–1882) (Abb. 17) mit einer relativ genauer Darstellung der Gutsanlage in Stola nichts mehr (...)
|Der Bestand an Wirtschafts- und Nebengebäuden der Gutsanlage hat sich aufgrund der Anforderungen der Bewirtschaftung über die Jahrhunderte gewandelt. Wirtschaftsbauten aus dem 18. Jahrhundert sind (...)
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==Besitzverhältnisse nach dem 18. Jahrhundert==
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Weil der letzte Ekeblad, [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil/Artikel/16804 Claes Julius]<ref name=":0">Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q5706932; Jägerskiöld 1949; Allén in: Allén/Frängsmyr 2016, S. 31–38.</ref> (1742–1808) [Link zu 06.04], kinderlos verstarb, fiel die Gutsanlage in Stola im Jahr 1808 an einen seiner Neffen, Graf [https://www.adelsvapen.com/genealogi/Piper_nr_46#TAB_7 Gustaf Piper]<ref name=":1">Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q70206957.</ref> (1771–1857).<ref name=":2">Vgl. Karlson 1940, S. 39.</ref> Anfängliche Überlegungen für Renovierungen in Stola wurden von Piper wohl doch nicht ausgeführt,<ref>Vgl. Westrin 1986, S. 19.</ref> denn er wohnte mit seiner Frau [https://www.adelsvapen.com/genealogi/Du_Rietz_af_Hedensberg_nr_299 Jacquette Elisabeth Du Rietz af Hedensberg] (1781–1816) auf anderen Besitzungen – er bevorzugt in [https://sv.wikipedia.org/wiki/Mariedals_slott Mariedal]<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q1631363.</ref> (Abb. 34, 35), während seine Frau gerne in der nach ihr (um)benannten [https://www.bebyggelseregistret.raa.se/bbr2/byggnad/visaHistorik.raa?byggnadId=21400000697369&page=historik Villa Giacomina]<ref>Zur Villa Giacomina vgl. Gustafsson 2010, http://stud.epsilon.slu.se/2034/1/gustafsson_h_101122.pdf (26.03.2024); vgl. https://sv.wikipedia.org/wiki/Villa_Giacomina (12.02.2024).</ref>, der von Claes Julius errichteten Eremitage Jerneväg am Ufer des [https://de.wikipedia.org/wiki/Vänern Vänern]-Sees,<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q173596.</ref> lebte. Aus diesem Grund ließ Gustaf Piper mit der Zeit bewegliches Inventar aus Stola dorthin oder in andere seiner Häuser verbringen und der Rest des Inventars von Stola wurde versteigert.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 49.</ref> Das Herrenhaus stand leer; nur ein Inspektor wohnte in einem Mitte des 20. Jahrhunderts abgebrochenen Verwalterhaus.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 49.</ref> Im 19. Jahrhundert waren weitere Angestellte des Gutshofes in den Flügelgebäuden untergebracht.<ref>Vgl. Luthander 1968, S. 423.</ref>
 
Von den vier Töchtern aus ihrer Ehe erbte [https://www.adelsvapen.com/genealogi/Piper_nr_46#TAB_7 Louisa Piper] (1808–1879) Stola 1857 nach dem Tod ihres Vaters. Sie war wie ihre ältere Schwester [https://www.adelsvapen.com/genealogi/Piper_nr_46#TAB_7 Hedvig Charlotta]<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q109294717.</ref> (1799–1882), genannt Jacquette, mit einem Grafen Hamilton verheiratet: Jacquette heiratete 1824 den Oberstleutnant [https://www.adelsvapen.com/genealogi/Hamilton_nr_86#TAB_32 Hugo Didrik Hamilton] (1791–1876), während Louisa den Legationssekretär [https://www.adelsvapen.com/genealogi/Hamilton_nr_86#TAB_60 John David Hamilton] (1794–1843) 1834 in der [https://www.bebyggelseregistret.raa.se/bbr2/byggnad/visaHistorik.raa?byggnadId=21400000697369&page=historik Villa Giacomina]<ref>Zur Villa Giacomina vgl. Gustafsson 2010, http://stud.epsilon.slu.se/2034/1/gustafsson_h_101122.pdf (26.03.2024); vgl. https://sv.wikipedia.org/wiki/Villa_Giacomina (12.02.2024).</ref> ehelichte. Das Ehepaar Louisa und John David Hamilton bevorzugte zum Wohnen die Villa Giacomina gegenüber dem schon längere Zeit unbewohnten alten Herrenhaus in Stola.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 49.</ref>
 
Nach dem Tod von [https://www.adelsvapen.com/genealogi/Piper_nr_46#TAB_7 Louisa Hamilton (Piper)] (1808–1879) wurde Stola im Jahr 1879 durch die Nachlassverwalter der Familie an Carl Johan Lindqvist (1834–1915)<ref>Vgl. Mannerfeld 1923, S. 138, während Karlson 1940, S. 40 vom Todesjahr 1908 ausgeht.</ref> aus Finnland verkauft.<ref>Vgl. Westrin 1986, S. 19.</ref> Während Lindqvist mit seiner großen Familie im Verwalterhaus lebte,<ref>Vgl. Westrin 1986, S. 19.</ref> veranlasste er ab 1880 erste Reparaturen am Dach und den Fenstern des Herrenhauses.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 51.</ref> Ende des 19. Jahrhunderts interessierte sich die Öffentlichkeit zunehmend für das nationale kulturelle Erbe in Schweden und erkannte auch den historischen Wert der überlieferten Gutsanlagen.
 
Sein Schwiegersohn, der Kammerherr<ref>Vgl. Svenska gods och gårdar 1942, Bd. 30, S. 892.</ref> Arthur Wilhelm Otterström (belegt im 20. Jahrhundert), der mit [https://gw.geneanet.org/eaberiksson?lang=sv&iz=0&p=klara+hortense&n=lindqvist Clara Lindqvist] (*1879–?) verheiratet war, übernahm die Gutsanlage in Stola im Jahr 1908.<ref>Vgl. Luthander 1968, S. 435 sowie https://www.stola.se/historik/ (22.02.2023). Mannerfeld 1923, S. 138 spricht von 1903.</ref> Er veranlasste umfangreichere Renovierungsarbeiten im Herrenhaus: Im Erdgeschoss wurden neue Böden verlegt und Kachelöfen eingebaut. Auch im Obergeschoss setzte man einige Räume in Stand und ergänzte historische Bemalungen.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 51.</ref> Außerdem wurde bei den Renovierungen das barocke Deckengemälde im großen Speisesaal freigelegt.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 52.</ref>
 
Vielleicht ausgelöst durch den Tod seines Schwiegervaters verkaufte Otterström die Gutsanlage in Stola im Jahr 1916 an den Geschäftsmann Carl Ander (belegt im 20. Jahrhundert) und dessen Schwager Ernst Linge (belegt im 20. Jahrhundert). Edith Ander, geb. Linge (belegt im 20. Jahrhundert) war offenbar an Innenarchitektur und Herrenhäusern interessiert, starb jedoch vor Beginn des Restaurierungsprojekts.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 52.</ref> Eventuell ausgelöst durch den Tod seiner Schwester verlor Linge das Interesse und überließ Carl Ander 1920<ref>Vgl. Mannerfeld 1923, S. 138.</ref> seine Anteile an Stola, sodass dieser nun alleiniger Besitzer der Gutsanlage war.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 52.</ref> Ander veranlasste die erste gründliche Konservierung vor allem der Räume im Obergeschoss unter der Leitung des bekannten Restaurators [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil#/sbl/Mobil/Artikel/8922 Alfred Nilson]<ref>Auch Nilsson. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q24019266.</ref> (1888–1953).<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53–55.</ref>
 
Sein Sohn Holger Ander, der mit Inger Blomberg (belegt im 20. Jahrhundert) verheiratet war, erbte die Gutsanlage 1947.<ref>Vgl. Westrin 1986, S. 19.</ref> Im Auftrag der Eheleute versuchte der Architekt [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil#/sbl/Mobil/Artikel/9756 Erik Lundberg]<ref>Vgl. Lundberg 1935, Lundberg 1942, Lundberg 1966, https://www.wikidata.org/wiki/Q5965758.</ref> (1895–1969) in den Jahren 1948–1951 im Herrenhaus den Eindruck der Räume im frühen und mittleren 18. Jahrhundert wieder herzustellen.<ref>Vgl. Luthander 1968, S. 424.</ref> Lundberg richtete daher insbesondere das Obergeschoss (Abb. 172) als museale Etage eines privaten Wohnhauses ein,<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 59–60. So wurden etwa optisch störende Heizkörper durch den Einbau einer Fußbodenheizung vermieden.</ref> während Stola als Privathaus vor allem im Erdgeschoss (Abb. 69) an einen modernen Wohnkomfort angepasst wurde.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010.</ref>
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==Das Herrenhaus nach dem 18. Jahrhundert==
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Abgesehen von der Abtragung der Flügelpavillons (Abb. 25) im 19. Jahrhundert stellt die größte Veränderung am äußeren Erscheinungsbild des 18. Jahrhunderts des Herrenhauses in Stola der Wechsel im Material der Dachdeckung dar: Die Deckung des [https://sv.wikipedia.org/wiki/Säteritak Säteridachs] bildeten anfänglich laut Quellen traditionelle Eichenschindeln, seit 1880 Dachziegel (Abb. 63) und seit der Restaurierung Mitte des 20. Jahrhunderts besteht das Dach aus gefalzten Kupferplatten mit vertikalen Stegen.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 51. Ältere Fotographien zeigen noch die Ziegeldeckung aus dem Jahr 1880, vgl. Westrin 1986, S. 17. Luthander 1968, S. 424 verbindet die Ziegeldeckung erst mit der Zeit Otterströms.</ref> Dadurch wird das zeitgenössische Erscheinungsbild mit dunkelfarbigen Eichenschindeln insbesondere aufgrund der grünlichen Farbe des Dachs verändert.
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===Restaurierung durch Alfred Nilson 1928–1929===
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In den Jahren 1928–1929 setzte der Restaurator [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil#/sbl/Mobil/Artikel/8922 Alfred Nilson]<ref>Auch Nilsson. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q24019266.</ref> (1888–1953) einige Bereiche des Hauses hauptsächlich im Obergeschoss und dort vor allem den Saal in Stand. Diese Arbeiten sind laut Gullbrandsson relativ gut dokumentiert,<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53.</ref> doch wurde dabei teilweise frei schöpferisch ergänzt, um ein gutes Gesamtbild zu erzeugen:<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53, 54.</ref> So erhielten beispielsweise die Decken beider Flurbereiche im Erd- und Obergeschoss (Nr. 1, 23) in Anlehnung an die Decke im Saal (Nr. 17) eine nicht nachgewiesene gemalte Kassettierung (Abb. 173), die heute wieder entfernt ist.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 54, Abb. 7.</ref> Bei der Wandbespannung im Saal (Nr. 17) war Nilson sogar gezwungen zu ergänzen, denn die Malereien waren mit Feuchteschäden, Rissen und fehlenden Teilen in einem sehr schlechten Zustand (Abb. 174). Der Gesamteindruck der Wandbespannung wird durch Nilsons vereinfachte Ergänzungen komplettiert ohne mit den originalen Partien in Konkurrenz zu treten (Abb. 101).<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53.</ref> Die Arbeiten Nilsons führten zu einer Konservierung fast aller Räume im Obergeschoss des Herrenhauses.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53.</ref>
|[[Datei:173 ABB Alfred Nilson, Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, oberer Vorplatz, gemalte Deckenkassetten von 1928.webp|mini|Abb. 173 Alfred Nilson, Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, oberer Vorplatz, gemalte Deckenkassetten von 1928]][[Datei:Saal Gullbrandsson 2010 S 52 Abb 4.webp|mini|Abb. 174 Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, Saal, Zustand 1928]]
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===Umbau durch Erik Lundberg 1948–1951===
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In den Jahren 1948–1951 griffen die Umbauten des Architekten [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil#/sbl/Mobil/Artikel/9756 Erik Lundberg]<ref>Vgl. Lundberg 1935, Lundberg 1942, Lundberg 1966, https://www.wikidata.org/wiki/Q5965758.</ref> (1895–1969) und seines Mitarbeiters [https://sv.wikipedia.org/wiki/Ernst_Auby Ernst Auby]<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q20682040.</ref> (1895–1968) zwar in denkmalpflegerisch-restauratorischer Absicht – jedoch ungeachtet des damit verbundenen Konservierungsgebots – stark in die Bausubstanz des historischen Herrenhauses ein. Wie Gullbrandsson zurecht bemängelt wurden diese Arbeiten außerdem nicht im erforderlichen Maß dokumentiert.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 51, 55.</ref>
In den Jahren 1948–1951 griffen die Umbauten des Architekten [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil#/sbl/Mobil/Artikel/9756 Erik Lundberg]<ref>Vgl. Lundberg 1935, Lundberg 1942, Lundberg 1966, https://www.wikidata.org/wiki/Q5965758.</ref> (1895–1969) und seines Mitarbeiters [https://sv.wikipedia.org/wiki/Ernst_Auby Ernst Auby]<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q20682040.</ref> (1895–1968) zwar in denkmalpflegerisch-restauratorischer Absicht – jedoch ungeachtet des damit verbundenen Konservierungsgebots – stark in die Bausubstanz des historischen Herrenhauses ein. Wie Gullbrandsson zurecht bemängelt wurden diese Arbeiten außerdem nicht im erforderlichen Maß dokumentiert.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 51, 55.</ref>


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Das Obergeschoss (Abb. 172) hat [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil#/sbl/Mobil/Artikel/9756 Erik Lundberg]<ref>Vgl. Lundberg 1935, Lundberg 1942, Lundberg 1966, https://www.wikidata.org/wiki/Q5965758.</ref> (1895–1969) als museale Etage eines privaten Wohnhauses aufgefasst: <ref>Vgl. Luthander 1968, S. 424.</ref> So wurde eine aufwendige Fußbodenheizung verlegt, um den stilgerechten Eindruck der Räume nicht zu verfälschen.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 58.</ref> Den größten Eingriff in die Bausubstanz stellt im Kabinett (Nr. 14) (Abb. 86) in der oberen Etage tatsächlich ein hinter einer leichten Trennwand eingebautes WC dar.
Das Obergeschoss (Abb. 172) hat [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil#/sbl/Mobil/Artikel/9756 Erik Lundberg]<ref>Vgl. Lundberg 1935, Lundberg 1942, Lundberg 1966, https://www.wikidata.org/wiki/Q5965758.</ref> (1895–1969) als museale Etage eines privaten Wohnhauses aufgefasst: <ref>Vgl. Luthander 1968, S. 424.</ref> So wurde eine aufwendige Fußbodenheizung verlegt, um den stilgerechten Eindruck der Räume nicht zu verfälschen.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 58.</ref> Den größten Eingriff in die Bausubstanz stellt im Kabinett (Nr. 14) (Abb. 86) in der oberen Etage tatsächlich ein hinter einer leichten Trennwand eingebautes WC dar.


Die Räume im Obergeschoss wurden als Museumsräume eingerichtet, teils mit didaktischer Absicht wie im Salon (Nr. 15) mit dem dreidimensionalen ‚Ehestilleben‘ [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil/Artikel/16804 Claes Julius Ekeblads]<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q5706932; Jägerskiöld 1949; Allén in: Allén/Frängsmyr 2016, S. 31–38.</ref> (1742–1808) und [[wikipedia:Brita_Horn|Brita Horns]]<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q22116674; https://www.adelsvapen.com/genealogi/Horn_af_Ekebyholm_nr_53#TAB_2 (22.02.2024), barn.</ref> (1745–1791) (Abb. 175), nach dem Aquarell von [https://runeberg.org/nfcf/0326.html Lorentz Svensson Sparrgren]<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q6185148; https://runeberg.org/nfcf/0326.html (08.04.2024).</ref> (1763–1828) (Abb. 47), teils mit (originalen) Möbeln aus der Zeit der wichtigsten Bewohner:innen wie etwa im Raum (Nr. 21) (Abb. 95, 96) dem 1839 verstorbenen Fräulein Ebba mit frühen Empiremöbeln.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 59–60 mit Details zur musealen Einrichtung der Räume.</ref> Die von Hårleman umgestalteten Räume (Nrn. 16, 18, 19) (Abb. 89–94) erhielten – soweit möglich – mit Hilfe des Inventars von 1796 ihr (vermutetes) originales Aussehen zurück und Holger Ander bemühte sich stets – wie die Stiftung jetzt – um das Auffinden und die Rückgabe von Möbeln und anderen Objekten, die ursprünglich aus Stola stammten.<ref>Vgl. Westrin 1986, S. 51.</ref>
Die Räume im Obergeschoss wurden als Museumsräume eingerichtet, teils mit didaktischer Absicht wie im Salon (Nr. 15) mit dem dreidimensionalen ‚Ehestilleben‘ [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil/Artikel/16804 Claes Julius Ekeblads]<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q5706932; Jägerskiöld 1949; Allén in: Allén/Frängsmyr 2016, S. 31–38.</ref> (1742–1808) und [[wikipedia:Brita_Horn|Brita Horns]]<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q22116674; https://www.adelsvapen.com/genealogi/Horn_af_Ekebyholm_nr_53#TAB_2 (22.02.2024), barn.</ref> (1745–1791) (Abb. 175), nach dem Aquarell von [https://runeberg.org/nfcf/0326.html Lorentz Svensson Sparrgren]<ref>Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q6185148; https://runeberg.org/nfcf/0326.html (08.04.2024).</ref> (1763–1828) (Abb. 47), teils mit (originalen) Möbeln aus der Zeit der wichtigsten Bewohner:innen wie etwa im Raum (Nr. 21) (Abb. 95, 96) dem 1839 verstorbenen Fräulein Ebba mit frühen Empiremöbeln.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 59–60 mit Details zur musealen Einrichtung der Räume.</ref>
|[[Datei:Stola Umbau 1948 OG Gullbrandsson 2010 S 57.webp|mini|Abb. 172 Erik Lundberg, Stola, Herrenhaus, Grundriss Obergeschoss, Umbau 1948]][[Datei:175 ABB Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, Salon, Museumsszene nach Lorentz Svensson Sparrgren, 2022.webp|mini|Abb. 175 Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, Salon, Museumsszene nach Lorentz Svensson Sparrgren, 2022]]
 
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Datei:IMG 8373.webp|<small>Abb. 95 Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, Fräulein Ebbas Zimmer, 2022<small>
==Garten und Park nach dem 18. Jahrhundert==
Datei:IMG 8375.webp|<small>Abb. 96 Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, Fräulein Ebbas Zimmer, 2022<small>
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Auf Grund der Vernachlässigung im 19. Jahrhundert ist auf der amtlichen [https://historiskakartor.lantmateriet.se/hk/viewer/internal/J112-53-16/52414b5f4a3131322d35332d3136/rak2/RAK/Sunnersberg,%2053-16/Häradsekonomiska%20kartan Landkarte von Sunnersberg]<ref name=":3">Lantmäteriet, Rikets allmänna kartverks archives, J112-53-16</ref> (um 1877–1882) (Abb. 17) mit einer relativ genauer Darstellung der Gutsanlage in Stola nichts mehr von den Erweiterungen des Gartens zu einem englischen Landschaftspark aus dem späten 18. Jahrhundert eingetragen. Vermutlich waren die Wegestrukturen durch die Vernachlässigung so stark verwildert, dass sie nicht mehr erkennbar waren, wobei kleinere Pfade auf der großmaßstäblichen Karte ohnehin nicht verzeichnet sind. Der Südgarten am Herrenhaus entspricht bis auf kleinere Veränderungen im Westen dem Zustand von 1728, aber der Bereich um das Hauptgebäude hat seine geometrischen Bepflanzungen offenbar verloren, was nicht verwundert, da das Herrenhaus länger nicht bewohnt war.


Der unmittelbare Gartenbereich am Herrenhaus war schon seit der Bauzeit im 18. Jahrhundert wohl mit Pflanzen eingefriedet ([https://historiskakartor.lantmateriet.se/hk/viewer/internal/P195-7:1/4c4d535f503139352d373a31/lms2/LMS/Strö%20socken%20Stola%20nr%201/Geometrisk%20avmätning Karte 1], [https://historiskakartor.lantmateriet.se/hk/viewer/internal/16-stö-2a/0001lawv/lm16/REG/16-stö-2a/Arealavmätning Karte 2]) (Abb. 10, 11). Ob die heute vorhandene Bruchsteinmauer um den Gartenbereich am Herrenhaus schon auf der oben genannten [https://historiskakartor.lantmateriet.se/hk/viewer/internal/J112-53-16/52414b5f4a3131322d35332d3136/rak2/RAK/Sunnersberg,%2053-16/Häradsekonomiska%20kartan Landkarte von Sunnersberg]<ref>Lantmäteriet, Rikets allmänna kartverks archives, J112-53-16</ref> (um 1877–1882) (Abb. 17) des späten 19. Jahrhunderts eingetragen war, ist maßstabsbedingt nicht eindeutig zu erkennen. Westrin vermutet, die breite Trockenmauer aus Bruchstein sei bis auf den Teil mit der Exedra – erst in den 1940er Jahren entstanden.<ref>Vgl. Westrin 1986, S. 23.</ref> Allerdings könnte das Aufmaß aus dem Jahr 1931 (Abb. 26)<ref>Stockholm, Nordiska museet, Archiv, ohne Signatur, veröffentlicht in Nordiska Museets Handlingar 1930/31.</ref> mit der Darstellung einer Einfassungsmauer einen Entstehungszeitraum vor 1931 nahelegen. Zusätzlich scheint bei der Errichtung lediglich die Form einer Exedra aus der ursprünglichen Gartengestaltung übernommen worden zu sein, denn der Durchmesser der heutigen Exedramauer ist kleiner, außerdem im gleichen Material und weitgehend in derselben Weise wie die übrige Trockenmauer errichtet (Abb. 176). Gullbrandsson vermutet dagegen, dass die Trockenmauer und die Torpfosten an der Durchfahrt zum Grundstück im Rahmen der Umbauarbeiten von [https://sok.riksarkivet.se/sbl/Mobil#/sbl/Mobil/Artikel/9756 Erik Lundberg]<ref>Vgl. Lundberg 1935, Lundberg 1942, Lundberg 1966, https://www.wikidata.org/wiki/Q5965758.</ref> (1895–1969) in den Jahren 1949–1951 errichtet wurden.<ref>Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 55.</ref> Das erscheint plausibel, da es sich um größere Außenarbeiten handelt und eine schlichte Trockenmauer dem Geist der Zeit und des Entwerfers Lundberg entspricht.
Die von Hårleman umgestalteten Räume (Nrn. 16, 18, 19) (Abb. 89–94) [Link OG] erhielten – soweit möglich – mit Hilfe des Inventars von 1796 ihr (vermutetes) originales Aussehen zurück und Holger Ander bemühte sich stets – wie die Stiftung jetzt – um das Auffinden und die Rückgabe von Möbeln und anderen Objekten, die ursprünglich aus Stola stammten.<ref>Vgl. Westrin 1986, S. 51.</ref>
|[[Datei:IMG 8588.webp|mini|Abb. 176 Stola, Park, Gartenmauer mit Exedra, 2022]]
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==Nebengebäude nach dem 18. Jahrhundert==
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Der Bestand an Wirtschafts- und Nebengebäuden der Gutsanlage hat sich aufgrund der Anforderungen der Bewirtschaftung über die Jahrhunderte gewandelt. Wirtschaftsbauten aus dem 18. Jahrhundert sind heute nicht mehr erhalten. Die amtliche [https://historiskakartor.lantmateriet.se/hk/viewer/internal/J112-53-16/52414b5f4a3131322d35332d3136/rak2/RAK/Sunnersberg,%2053-16/Häradsekonomiska%20kartan Landkarte von Sunnersberg]<ref>Lantmäteriet, Rikets allmänna kartverks archives, J112-53-16</ref> (um 1877–1882) (Abb. 17) zeigt einige neue größere Scheunen und Stallgebäude in markanter Gestalt, die vor dem dritten Viertel des 19. Jahrhunderts errichten worden sein müssen, da sie auf der Karte eingetragen sind. Man kann diese Scheunen und Stallgebäude unverändert im Aufmaß aus dem Jahr 1931 (Abb. 26)<ref>Stockholm, Nordiska museet, Archiv, ohne Signatur, veröffentlicht in Nordiska Museets Handlingar 1930/31.</ref> sehen. Bereits kurz darauf wurden sie offenbar abgerissen, denn ein großer Teil der heutigen Wirtschaftsgebäude über anderem Grundriss stammt aus den Jahren 1936 bis 1938 (Abb. 177).<ref>Vgl. Svenska gods och gårdar 1942, Bd. 30, S. 892. Als Pächter des Hofs im frühen 20. Jahrhundert von 1928–38 wird ebd. Torsten Nevelius, geb. 1893, Sohn von Carl Nevelius und seiner Frau Anna, genannt, der 1931 Stina, geb. Svensson, heiratete.</ref> Im Vergleich zum Aufmaß von 1931 hat das Gut einen leicht verringerten und veränderten Bestand an Wirtschafts- und Nebengebäuden.


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[[Datei:J112-53-16 1877-82 rak2 52414b5f4a3131322d35332d3136 1 1 © Lantmäteriet.webp|mini|Abb. 17 Karte von Sunnersberg, 1877–1882]]
[[Datei:Stola Umbau 1948 EG Gullbrandsson 2010 S 57.webp|mini|Abb. 69 Erik Lundberg, Stola, Herrenhaus, Grundriss Erdgeschoss, Umbau 1948, Erik Lundbergs ritningsarkiv]]
[[Datei:Stola 1932map Lageplan nach Vermessung 1931 © Nordiska museet.webp|mini|Abb. 26 Stola, Vermessung, 1932]]
[[Datei:Stola Umbau 1948 OG Gullbrandsson 2010 S 57.webp|mini|Abb. 172 Erik Lundberg, Stola, Herrenhaus, Grundriss Obergeschoss, Umbau 1948, Erik Lundbergs ritningsarkiv]]
[[Datei:175 ABB Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, Salon, Museumsszene nach Lorentz Svensson Sparrgren, 2022.webp|mini|Abb. 175 Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, Salon, Museumsszene nach Lorentz Svensson Sparrgren, 2022]]
[[Datei:47 ABB Lorentz Svensson Sparrgren, Innenraum mit Claes Julius Ekeblad und Brita Horn, 1783, Nationalmuseum.webp|mini|Abb. 47 Lorentz Svensson Sparrgren, Innenraum mit Claes Julius Ekeblad und Brita Horn, 1783, Nationalmuseum]]
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Aktuelle Version vom 1. April 2025, 16:05 Uhr

Abgesehen von der Abtragung der Flügelpavillons (Abb. 25, 66) im 19. Jahrhundert stellt die größte Veränderung am äußeren Erscheinungsbild des 18. Jahrhunderts des Herrenhauses in Stola der Wechsel im Material der Dachdeckung dar: Die Deckung des Säteridachs bildeten anfänglich laut Quellen traditionelle Eichenschindeln, seit 1880 Dachziegel (Abb. 63) und seit der Restaurierung Mitte des 20. Jahrhunderts besteht das Dach aus gefalzten Kupferplatten mit vertikalen Stegen (Abb. 58).[1] Dadurch wird das zeitgenössische Erscheinungsbild mit dunkelfarbigen Eichenschindeln insbesondere aufgrund der grünlichen Farbe des Dachs verändert.

Abb. 25 Stola, Herrenhaus, Ansicht mit Flügelpavillons, 18. Jahrhundert, Nordiska museet
Abb. 66 Villa Giacomina, Flügelpavillon aus Stola, Foto 1986, Västergötlands museum

Restaurierung durch Alfred Nilson 1928–1929

In den Jahren 1928–1929 setzte der Restaurator Alfred Nilson[2] (1888–1953) einige Bereiche des Hauses hauptsächlich im Obergeschoss und dort vor allem den Saal in Stand. Diese Arbeiten sind laut Gullbrandsson relativ gut dokumentiert,[3] doch wurde dabei teilweise frei schöpferisch ergänzt, um ein gutes Gesamtbild zu erzeugen:[4] So erhielten beispielsweise die Decken beider Flurbereiche im Erd- und Obergeschoss (Nr. 1, 23) in Anlehnung an die Decke im Saal (Nr. 17) eine nicht nachgewiesene gemalte Kassettierung (Abb. 173), die heute wieder entfernt ist.[5] Bei der Wandbespannung im Saal (Nr. 17) war Nilson sogar gezwungen zu ergänzen, denn die Malereien waren mit Feuchteschäden, Rissen und fehlenden Teilen in einem sehr schlechten Zustand (Abb. 174). Der Gesamteindruck der Wandbespannung wird durch Nilsons vereinfachte Ergänzungen komplettiert ohne mit den originalen Partien in Konkurrenz zu treten (Abb. 101).[6] Die Arbeiten Nilsons führten zu einer Konservierung fast aller Räume im Obergeschoss des Herrenhauses.[7]

Abb. 173 Alfred Nilson, Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, oberer Vorplatz, gemalte Deckenkassetten von 1928, Alfred Nilsons arkiv, ATA

Umbau durch Erik Lundberg 1948–1951

In den Jahren 1948–1951 griffen die Umbauten des Architekten Erik Lundberg[8] (1895–1969) und seines Mitarbeiters Ernst Auby[9] (1895–1968) zwar in denkmalpflegerisch-restauratorischer Absicht – jedoch ungeachtet des damit verbundenen Konservierungsgebots – stark in die Bausubstanz des historischen Herrenhauses ein. Wie Gullbrandsson zurecht bemängelt wurden diese Arbeiten außerdem nicht im erforderlichen Maß dokumentiert.[10]

Erik Lundberg[11] (1895–1969) adaptierte vor allem das Erdgeschoss in Stola (Abb. 69) als moderne Wohnung für die Eheleute,[12] wobei die historischen Abmessungen der Räume allerdings weitgehend gewahrt blieben.[13] In den nördlichen ehemaligen ‚Versorgungs‘-Räumen (Nrn. 10–13) entstanden eine Küche mit Anrichte und Vorratsraum sowie ein Zimmer und Bad für Hausangestellte mit unabhängigem Zugang von außen.[14] Im Eingangsbereich (Nr. 1) wurde der Raum für den Kammerdiener des Grafen (Nr. 8) aus dem 18. Jahrhundert abgebrochen, wodurch die Sichtachse zwischen Portal und Garten wieder hergestellt war.[15] Zusätzlich ist innen ein verglaster Windfang vor dem historischen Eingangsportal errichtet worden.[16] In der südlichen Haushälfte nutzte Lundberg die vorhandenen Nebenräume (Nrn. 4, 5) und den ehemaligen Alkoven im Schlafzimmer des Grafen (Nr. 7) zum Einbau von WC-Räumen und einem Badezimmer. Außerdem ließ Lundberg sowohl die frei schöpferisch ergänzten Bemalungen Alfred Nilsons[17] (1888–1953) an Decken und Türen als auch die Tapeten und Holzvertäfelungen der Otterström-Zeit zu Gunsten von schlichten Oberflächen entfernen.[18]

Das Obergeschoss (Abb. 172) hat Erik Lundberg[19] (1895–1969) als museale Etage eines privaten Wohnhauses aufgefasst: [20] So wurde eine aufwendige Fußbodenheizung verlegt, um den stilgerechten Eindruck der Räume nicht zu verfälschen.[21] Den größten Eingriff in die Bausubstanz stellt im Kabinett (Nr. 14) (Abb. 86) in der oberen Etage tatsächlich ein hinter einer leichten Trennwand eingebautes WC dar.

Die Räume im Obergeschoss wurden als Museumsräume eingerichtet, teils mit didaktischer Absicht wie im Salon (Nr. 15) mit dem dreidimensionalen ‚Ehestilleben‘ Claes Julius Ekeblads[22] (1742–1808) und Brita Horns[23] (1745–1791) (Abb. 175), nach dem Aquarell von Lorentz Svensson Sparrgren[24] (1763–1828) (Abb. 47), teils mit (originalen) Möbeln aus der Zeit der wichtigsten Bewohner:innen wie etwa im Raum (Nr. 21) (Abb. 95, 96) dem 1839 verstorbenen Fräulein Ebba mit frühen Empiremöbeln.[25]

Die von Hårleman umgestalteten Räume (Nrn. 16, 18, 19) (Abb. 89–94) [Link OG] erhielten – soweit möglich – mit Hilfe des Inventars von 1796 ihr (vermutetes) originales Aussehen zurück und Holger Ander bemühte sich stets – wie die Stiftung jetzt – um das Auffinden und die Rückgabe von Möbeln und anderen Objekten, die ursprünglich aus Stola stammten.[26]

  1. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 51. Ältere Fotographien zeigen noch die Ziegeldeckung aus dem Jahr 1880, vgl. Westrin 1986, S. 17. Luthander 1968, S. 424 verbindet die Ziegeldeckung erst mit der Zeit Otterströms.
  2. Auch Nilsson. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q24019266.
  3. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53.
  4. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53, 54.
  5. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 54, Abb. 7.
  6. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53.
  7. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 53.
  8. Vgl. Lundberg 1935, Lundberg 1942, Lundberg 1966, https://www.wikidata.org/wiki/Q5965758.
  9. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q20682040.
  10. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 51, 55.
  11. Vgl. Lundberg 1935, Lundberg 1942, Lundberg 1966, https://www.wikidata.org/wiki/Q5965758.
  12. Außer Kachelöfen und (teilweise) rekonstruierten Kaminen wurde auch eine Zentralheizung mit im Erdgeschoss sichtbaren Heizkörpern eingebaut, vgl. Gullbrandsson 2010, S. 55, Abb. 8 Bildunterschrift, S. 58 und ebd. Abb. 11 Bildunterschrift.
  13. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 58.
  14. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 58.
  15. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 59.
  16. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 59.
  17. Auch Nilsson. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q24019266.
  18. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 59.
  19. Vgl. Lundberg 1935, Lundberg 1942, Lundberg 1966, https://www.wikidata.org/wiki/Q5965758.
  20. Vgl. Luthander 1968, S. 424.
  21. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 58.
  22. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q5706932; Jägerskiöld 1949; Allén in: Allén/Frängsmyr 2016, S. 31–38.
  23. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q22116674; https://www.adelsvapen.com/genealogi/Horn_af_Ekebyholm_nr_53#TAB_2 (22.02.2024), barn.
  24. Vgl. https://www.wikidata.org/wiki/Q6185148; https://runeberg.org/nfcf/0326.html (08.04.2024).
  25. Vgl. Gullbrandsson 2010, S. 59–60 mit Details zur musealen Einrichtung der Räume.
  26. Vgl. Westrin 1986, S. 51.
Abb. 69 Erik Lundberg, Stola, Herrenhaus, Grundriss Erdgeschoss, Umbau 1948, Erik Lundbergs ritningsarkiv
Abb. 172 Erik Lundberg, Stola, Herrenhaus, Grundriss Obergeschoss, Umbau 1948, Erik Lundbergs ritningsarkiv
Abb. 175 Stola, Herrenhaus, Obergeschoss, Salon, Museumsszene nach Lorentz Svensson Sparrgren, 2022
Abb. 47 Lorentz Svensson Sparrgren, Innenraum mit Claes Julius Ekeblad und Brita Horn, 1783, Nationalmuseum