09.04 Die Ekeblad-Eiche
- 01. Einführung
- 02. Forschungsstand
- 03. Geschichte der Anlage vor dem 18. Jahrhundert
- 04. Überblick zur Gesamtanlage
- 05. Wirtschaftlicher Kontext
- 06.00 Besitzverhältnisse im 18. Jahrhundert
- 06.01 Claes Ekeblad d.Ä. und Hedvig Mörner
- 06.02 Claes Ekeblad d.J. und Eva de la Gardie
- 06.03 Claes Julius Ekeblad und Brita Horn
- 07.00 Herrenhaus: Baugeschichte und Architektur
- 07.01 Vorgängerbau
- 07.02 Neubau des Herrenhauses 1713–1719
- 07.03 Beschreibung Herrenhaus
- 07.04 Architektur
- 08.00 Innenräume im 18. Jahrhundert
- 08.01 Erdgeschoss
- 08.02 Obergeschoss
- 08.03 Untergeschoss und Dachgeschoss
- 08.04 Sammlungen
- 09.00 Garten und Park
- 09.01 Garten und Park vor 1700
- 09.02 Garten und Park 1728
- 09.03 Garten und Park um 1750
- 09.04 Die Ekeblad-Eiche
- 09.05 Garten und Park 1790
- 10. Wirtschaftsgebäude
- 11. Kirche und Dorfstrukturen
- 12.00 Geschichte der Anlage nach dem 18. Jahrhundert
- 12.01 Besitzverhältnisse nach dem 18. Jahrhundert
- 12.02 Das Herrenhaus nach dem 18. Jahrhundert
- 12.03 Garten und Park nach dem 18. Jahrhundert
- 12.04 Nebengebäude nach dem 18. Jahrhundert
- 13. Geophysikalische Prospektion und digitale Dokumentation
- 14. Quellen- und Literaturverzeichnis
Ebenso wie alle früheren Darstellungen zeigt auch die Entwurfszeichnung des „Plan General des Jardins et Batimans et Environs a Stola“ (Abb. 8) und vor allem die Ansicht des Herrenhauses aus dem 18. Jahrhundert (Abb. 25) keinen Baum auf dem Vorplatz vor dem Herrenhaus, sodass die berühmte 1746 durch Linné beschriebene alte Eiche (Abb. 37–39) andernorts gestanden haben muss.[1] Über den Standort der Ekeblad-Eiche gibt es in der Forschung keine eindeutigen Angaben.[2] Tatsächlich legt die Vermessung von Stola aus dem Jahr 1728 (Karte 1, Karte 2) (Abb. 10, 11) nahe, dass der berühmte Eichbaum in einiger Entfernung nördlich vom Herrenhaus gestanden haben könnte, denn auf einer der beiden Karten ist ein mit dem Buchstaben ‚a‘ gekennzeichneter Baum besonders hervorgehoben (Abb. 159) Sie wie folgt beschrieben: „Notiz a: Eine alte Eiche, die vor 190 Jahren umgeworfen wurde, und zur gleichen Zeit seiner gräflichen Exzellenz dem Urgroßvater unterstand, [und] auf die Seine Exzellenz den ersten einer Reihe von ausgefallenen Reimen geschrieben hat. Die Eiche ist noch immer grün und trägt Früchte.“[3] Vieles spricht dafür, dass ein auf einer großmaßstäblichen Karte so hervorgehoben beschriebener Baum eine besondere Bedeutung gehabt hat, und es sich daher vermutlich um die berühmte alte Ekeblad-Eiche handelt. Diese wurde wohl mit dem Steinblock gestützt, der heute auf einem kleinen Hügel im südlichen Gartenbereich in der ehemaligen von Pehr Elvius[4] (1710–1749) abgesteckten Wegeachse zur Aussichtsanhöhe steht (Abb. 160).[5] Von den auf drei Seiten angebrachten Versen, die Justizkanzler Thomas Fehman[6] (1665–1733) 1718 geschrieben hat, ist heute fast nichts mehr zu lesen (Abb. 161), doch Linné hat sie in seiner Västagöta Reise transkribiert (Abb. 39).[7] Er erklärt, die alte Eiche sei ‚so vom Alter zerfressen, dass nur noch die äußere Rinde ihr Leben erhielt[e]‘[8] und laut Sundholms Manuskript[9] war die Eiche schließlich im Jahr 1797 verdorrt.[10] Da der Zustand des Baums – wie von Linné beschrieben – bereits im Jahr 1746 nicht gut war, wurde – wie Wolff andeutet – vielleicht bei dessen Besuch eine neue Eiche auf dem Vorplatz von Stola gepflanzt.[11] In jedem Fall ist in der „Charta öfver Tomtplatzen och Trädgården med mera till Säteriet Stola“ (Abb. 48)[12] von Anders Sunnerström aus dem Jahr 1790 auf dem Vorplatz eindeutig ein Baum eingetragen.[13]
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